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Wir freuen uns sehr, über eine dreiundsiebzig Seiten lange kasuistische und allgemein-theoretische Arbeit berichten zu können, welche den Mut aufweist, die Psychoanalyse gegen Isserlin, Kronfeld und den Troß der Vielzuvielen, die die wissenschaftliche öffentliche Meinung machen — zu verteidigen und selbst, wo sie kritisch oder eigenständig sein will, nur Wasser auf unsere Mühle leitet. So mancher Einwand der Autoren und manche Unzulänglichkeit der Arbeit beruht nur auf unvollkommenem Wissen oder Verständnis der Freudschen Neurosenlehre, Traumdeutung, Symbolik usw. Nicht nur eine Basedowsche Krankheit verschwand während der — allerdings nur dem von Freud begründet verlassenen, kathartischen Verfahren ähnlichen — Behandlung, sondern die „Angsthysterie“ wurde geheilt.
Während Freud (und Stekel ausführlicher) den Zusammenhang, resp. die Analogie der aus aktuellen Sexualmomenten stammenden „Angstneurose“, mit dem Basedow betont haben, findet sich in dieser Abhandlung nicht die mindeste Andeutung über das wirklich Sexuelle der Patientin, auch nichts Anamnestisches (Phantasien, Erregungszustände, Onanie, Pollutionen, Koitus oder dgl.). Um so leichter konnte es daher passieren, daß Sexualablehnung hier mit Verdrängung verwechselt wird.
Wenn Kohnstamm vorgibt, seine „Amnesierung“ sei etwas anderes als Freuds Verdrängung, seine „Palinmnesierung“ etwas anderes als Freuds Bewußtmachung, so müssen wir diese seine als Neuentdeckungen auftretenden Umtaufungen ablehnen. Neu sind seine Hysterietheorie vom mangelnden „Gesundheitsgewissen“ und seine Psychologie von der „Klaviatur der Affekte“ — wir glauben aber nicht, daß er dadurch historisch werden wird! Wer aber sichtlich an der Oberflächenpsychologie haftet, der muß sich dann freilich vor den „neueren Methoden Freuds“ verständnislos bekreuzigen. Wenn Freud in fortschreitender vertiefender Arbeit die Hypnose und das karthartische Verfahren aufgegeben hat, so war der Grund dafür gerade die Tatsache, daß die Hypnotisierten in ihrer kom