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Der Autor berichtet die Analyse von zwei Fällen mit der Absicht, nachzuweisen, daß die psychologischen Mechanismen der Hysterie bei Kindern dieselben sind wie bei Erwachsenen. Er nimmt nebenbei die zweifelhafte Konstatierung vor, daß die Konversionshysterie bei Kindern häufiger ist als die Angsthysterie. Der erste Fall war der eines elfjährigen Mädchens, welches an hysterischer Amblyopie mit großer Einschränkung des Gesichtsfeldes und zentralen Skotomen, ferner an allgemeiner Herabsetzung der Sensibilität an der rechten Körperhälfte litt. Beobachtungen an der Patientin und ihren Träumen deckten eine stark betonte Eifersucht auf ihre jüngeren Brüder und Schwestern auf. Die Blindheit war gekommen, nachdem ihre Mutter für einige Wochen weggefahren war, um einen Besuch zu machen, und dem Kinde die Fürsorge für die jüngeren Geschwister anvertraut hatte, wodurch seine Betätigung im Spiel eingeschränkt wurde. Durch eine Behandlung auf Grund der Methode von Lohn und Strafe wurde die Patientin schnell wiederhergestellt. Erogener Faktoren in bezug auf das Sehen wird keine Erwähnung getan.
Der zweite Fall war der eines elfjährigen Knaben, der an Anfällen heftiger abdominaler Schmerzen und einer vollständigen Erstarrung, die eine Stunde und länger dauerte, erkrankt war. Der Nachweis des Vorliegens eines Ödipuskomplexes wird vollständig erbracht; diesem schreibt Coriat die Krankheit zu, ohne jedoch darauf einzugehen, warum gerade diese Symptome und keine anderen hervorgerufen werden mußten. Der Autor scheint die psychische Determination nicht allzu ernst zu nehmen.