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Ein geistreicher Versuch, die logische Unlogik, den sinnreichen Unsinn, die bedeutungsvolle Nichtigkeit unseres nächtlichen Traumlebens in voller Natürlichkeit auf die Bühne zu bringen, wird den Psychoanalytikern, deren wissenschaftliches Fundament auf Freuds „Traumdeutung“ ruht, in jedem Fall interessant sein, auch wenn der Autor nicht als Schweizer der Kenntnis psychoanalytischer Lehren verdächtig wäre. Doch verdankt er der liebe- und verständnisvollen Beobachtung seines eigenen Traumlebens gewiß ebenso viel als seinem theoretischen Interesse, das ihn allein wohl kaum zu einer so gelungenen Nachschöpfung der Traumtechnik befähigt hätte. Wie dem auch sei, dürfen wir uns jedenfalls der Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Ergebnissen unserer Traumdeutung freuen, die naturgetreue dichterische Leistung selbst aber wie einen echten Traum ansehen und zu verstehen suchen.
Als ein feiner Zug verdient schon der aktuelle Traumanlaß hervorgehoben zu werden, der den Dichter — ein solcher ist der Träumer — in einem durch materielle Momente verschärften erotischen Konflikt zeigt: Der arme Poet steht unmittelbar vor der Verlobung mit einem reichen Mädchen, dem er wohl nicht abgeneigt ist, dem aber seine tiefe und innige Neigung zu Else, der Nichte seiner Hauswirtin, widerstrebt. Mit diesem, wenn auch nicht voll bewußten Konflikt beschäftigt, schläft er ein und sein auf der Szene sich abspielender Traum ist, ganz im Sinne Freuds, kein sinnloses Konglomerat rezenter Eindrücke, sondern eine direkte Fortsetzung der für sein Lebensschicksal höchst wichtigen aktuellen Gedanken. Sehr hübsch ist auch die Kompromißleistung ausgedrückt, mit welcher die Wunscherfüllungstendenz den Konflikt zu beseitigen weiß. Er sieht sich im Traum mit dem reichen Minchen verheiratet und alle Vorteile des sorgenfreien Lebens genießend, während sich die Gattin wiederholt in die geliebte Else verwandelt, die ihm auch in der Gestalt des Stubenmädchens entgegentritt: so hat er das Geld Minchens und die Li