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Es war meine Absicht, mit der Verfassung dieses Buches eine Einführung in die Psychoanalyse zu schreiben, in großen Umrissen ein Bild von ihren Eigentümlichkeiten zu entwerfen.
Am dienlichsten zu diesem Zwecke schien mir eine gedrängte Übersicht ihrer Entwicklungsgeschichte. Wie ich in der Einleitung des Werkes anführe, bekommt man am besten Einsicht in den heutigen Stand der Psychoanalyse, indem man die Wandlungen verfolgt, welche sowohl die Methode als gleichzeitig die theoretische Erklärung der von ihr gefundenen Tatsachen erfuhr. Man sieht dann, wie Methode und Theorie nicht plötzlich entstanden sind, noch weniger am Schreibtisch konstruiert wurden, sondern die Früchte langjähriger Forschung und Beobachtung sind; man sieht dann, wie beide in allmählicher und wechselseitiger Entwicklung entstanden sind.
Diesen Entwicklungsgang versuchte ich in seinen Hauptlinien zu skizzieren, unter möglichster Fortlassung von Details. Dabei wnrde immer die Neurosenbehandlung als Leitfaden beibehalten; von den Ergebnissen der Methode wird also nur dasjenige angeführt, was zum Verständnis von Struktur und Ätiologie der Neurosen dienen kann oder für die Therapie von Wichtigkeit ist. Von der Anwendung der Psychoanalyse in den Geisteswissenschaften wird daher vollständig geschwiegen.
Weil die Mehrzahl der Ärzte noch immer meint, die Psychoanalyse sei Katharsis, weil für viele die ganze „Freudsche Methode“ in den „Studien über Hysterie“ enthalten ist, darum habe ich die kathartische Methode in einem besonderen Kapitel abgehandelt. Dadurch wünsche ich schon äußerlich anzu-deuten, daß Katharsis und Analyse verschiedene Methoden sind.
Im ersten Kapitel wird zunächst die bekannte Geschichte vom Entstehen der Katharsis behandelt und weiterhin die Änderungen, welche Freud bei ihrer Handhabung nach und nach einführte. Anschließend werden die Entdeckungen beschrieben, welche Freud dabei auf ätiologischem Gebiete machte, bis er zuletzt erkannte, daß alle Psychoneurosen einer aktiven Verdrängung ih