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Eine etwas ängstliche Dame teilte mir folgendes mit:
Sie stieg die Treppe in einem Hotel, das sie bewohnte, hinauf und grübelte darüber nach — wie es gefährlich sei, mit so vielen Lungenkranken in der Pension beständig zusammen zu sein; dabei hielt sie unwillkürlich das Taschentuch vor die Nase. In diesem Augenblick kam ihr ein junger lungenkranker Hotelbewohner entgegen und sie machte sich strenge Vorwürfe wegen ihres rücksichtslosen Benehmens, welches der Herr bemerkt haben mußte. Sie beschleunigte die Schritte und glaubte ihr Zimmer erreicht zu haben, als sie zu ihrer Verwunderung die Zimmertür verschlossen fand. Sie klopfte an — es antwortete niemand. Da sah sie nach der Zimmernummer und entdeckte, daß sie sich in der Etage geirrt hatte und vor der Tür des eben begegneten Kranken stand. „Verzeihung!“ rief sie verlegen und eilte auf ihr Zimmer, das sie nun ohne weitere Fehlhandlungen erreichte.
Die Fehlhandlung vom Standpunkte des Bewußtseins war im unbewußten Seelenleben determiniert: Die Dame warf sich das rücksichtslose Benehmen vor und suchte durch Beschleunigung der Schritte das Vorgefallene eher zu vergessen, allein es arbeitete weiter im Untergrunde und der unbeachtete Richter sprach sein Urteil: „Gehe zu dem Herrn, klopfe an seiner Tür an und bitte um Verzeihung“, was sie auch, ohne es zu wissen, befolgte.