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Die klinische Scheidung von Paranoia simplex chronica oder hallucinatoria chronica einerseits, und Dementia paranoides (zur Gruppe der Dementia praecox gehörig) anderseits, wird an der Klinik Binswanger in Jena, aus der die Arbeit stammt, festgehalten. Erstere Krankheit führt nie zu wesentlichen Intelligenzdefekten, letztere — häufiger bei jüngeren Individuen, die Wahnbildungen inkohärent, sehr reichlich und unsinnig katatonische Symptome — führt nach mehr oder minder kürzerer Zeit zur Verblödung. Die Differentialdiagnose ist wegen fließender Übergänge oft nicht leicht und muß dann der weitere Verlauf der Krankheit abgewartet werden. Die Blutserumuntersuchung nach Abderhalden nun zeigte bei der Dementia-paranoides-Gruppe den Abbautypus der Dementia praecox (Schizophrenie), d. h. es wird stets Geschlechtsdrüse und Gehirn oder Schilddrüse und Gehirn abgebaut. Das Blutserum der Paranoia chronica zeigte diesen Abbautypus nicht. Die Hoffnung ist also berechtigt, daß durch die Blutuntersuchung frühzeitiger und mit größerer Sicherheit zu einer diagnostischen Scheidung der beiden Krankheitsformen zu gelangen sein wird.
Dr. E. Hitschmann.