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Die Ansicht, daß die psychoanalytische Bewegung einen der bedeutsamsten Fortschritte in der modernen Medizin darstellt, veranlaßt mich, einige der wichtigsten praktischen Erwägungen und wissenschaftlichen Prinzipien, die dieser Bewegung zu Grunde liegen, zur Erörterung zu bringen. Sie bedarf noch einiger Einschränkungen und Vorsichtsmaßregeln und wird gewiß noch verändert und ergänzt werden, doch ist das kein Grund, sie nicht anzuerkennen. Nicht nur die Neurologen, sondern alle Ärzte, die mit psychoneurotischen Erkrankungen zu tun haben oder die über die Erziehung von Kindern zu Kate gezogen werden, aus denen später Patienten werden könnten, müssen sich um sie bekümmern. Heute, wo man den kausalen Mechanismus dieser überaus störenden Krankheiten soviel besser versteht, dürften die Ärzte nicht einfach fortfahren, den Hauptnachdruck bei der Diagnose immer noch auf die zufällig damit zusammenfallende Erkrankung eines einzelnen Organs oder eine Stoffwechselstörung zu legen und als Therapie auch weiterhin nur auf andauernde Ruhe, Suggestion oder Überredung hinzuweisen. In vielen Fällen ist ihnen ja die Möglichkeit gegeben, kausale Einflüsse aufzudecken, die außerordentlich mächtig und dabei verhältnismäßig leicht zu beseitigen sind. Allerdings kann in speziellen Fällen Verschiedenes den Arzt zwingen, diese Möglichkeit bewußt außer acht zu lassen; aber auch das wird um so seltener vorkommen, ja mehr geistig hochstehende Menschen den Mut gefunden haben werden, sich mit der psychoanalytischen Arbeit wahrhaft vertraut zu machen.
Die psychoanalytische Behandlungsmethode ist mehr als ein neues Linderungsmittel. Sie beruht auf der Erkenntnis, daß die neurotischen Erkrankungen von Gefühlskonflikten herrühren, die der Patient ohne