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1. Semmelweis. Ich wollte einmal jemandem erzählen, wer zum erstenmal auf die Bedeutung der Infektion mit Bakterien für das Entstehen von Kindbettfieber hingewiesen hat, jener Forscher, dem die Wissenschaft viel zu danken hat, der aber von seinen Zeitgenossen ziemlich verunglimpft wurde, und der, nachdem er viel Kritik und wenig Anerkennung erfahren hat, irrsinnig gestorben ist. Das ist Semmelweis, aber dieser Name will mir nicht einfallen. Als Ersatznamen kommen mir auf die Zunge: Schweinfurth, Schönewald und Schönefeld.
Bei diesen Namen bekam ich folgende Einfälle. Bei Schweinfurth: Schweinfurther grün (ein Farbstoff) — das heißt auch vert de gris. Bei Schönewald: das ist ein Zahnarzt (zu A.) — «kiezentrekken»1) (= Zahnziehen) — Zahnziehen — Ziehen — das ist jener Professor, der solch ein langweiliges Buch über physiologische Psychologie geschrieben hat, das mich vor Jahren so enttäuscht und geärgert hat, weil ich hoffte, darin einmal wirklich eine Seelenlehre zu finden, und es im Gegenteil nur eine Art von langweiliger Gehirnphysiologie gab, etwas ganz anderes, als ich mir von „physiologischer Psychologie“ vorgestellt hatte.
Mit Schönefeld weiß ich nichts anzufangen, bis mir einfällt, daß ein Patient von mir Schönefeld Buchner heißt. Büchner ist der Autor von „Kraft und Stoff“ und ein Anhänger einer langweiligen Art von Materialismus. Damit sind wir also wieder in der Nachbarschaft von Ziehen. Ein Kollege sagte einmal zu mir: Ziehen is een «knul» (= Tölpel). Jetzt fällt mir ein, daß ich von einem anderen «Knul» eine lange Kritik gelesen habe über einen holländischen Schriftsteller, den ich sehr verehre; das war eine lange und ziemlich langweilige Kritik, über die ich mich geärgert habe, und als