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Die Äußerungen der Sexualität im Kindesalter sind von deren Äußerungen bei Erwachsenen verschieden. Deswegen scheint es mir zweckmäßig, den kindlichen Ödipuskomplex im Zusammenhange mit der kindlichen Sexualität zu besprechen.
Man vergißt es immer wieder, daß die sogenannte „Sexualität“ nicht lokal auf die äußeren Zugangsorgane beschränkt bleibt, sondern daß man auch Irradiationen der Sexualität und sekundärer Geschlechtsmerkmale unterscheidet, welche mit der Funktion der Keimdrüse im innigsten Zusammenhange stehen. Otto Adler referiert einen von Anders mitgeteilten Fall von „voller“ Voluptas und Libido bei Uterus rudimentarius duplex mit vollständigem Fehlen der Vagina (Vagina solida). Der Koitus erfolgte per Urethram.1) E. Steinach hat hochinteressante Versuche mit Feminierung von Männchen und Maskulierung von Weibchen angestellt. Die Resultate der Versuche faßt Referent Otto Adler kurz folgendermaßen zusammen:2) „Bisher hatte Steinach gezeigt, daß ein Männchen mit eingeheiltem Ovarium im männlichen Wachstum zurückbleibt, daß es die femininen Formen des Skeletts, ein feines sich anschmiegendes weibliches Haarkleid annimmt, weibliche Brustwarzen und Brustdrüsen ausbildet und Mut, Rauflust und männlichen Trieb derart aufgibt, daß solche feminierte Männchen sogar als Weibchen agnosziert und besprungen werden.“ „Die maskulierten Weibchen werden richtige Männchen in bezug auf Körperbau, Behaarung und männlichen Sexualtrieb. Sie bespringen das brünstige Weibchen und kämpfen mit einem anderen richtigen Männchen um den Besitz. Es hat also eine volle Frotisierung des Zentralnervensystems in umgekehrter Richtung stattgefunden. Aus den Versuchen schließt Steinach mit Recht, daß der Geschlechtscharakter nicht fixiert und vorausbestimmt ist, daß die Anlage des Embryo weder eingeschlechtlich noch zweigeschlechtlich, sondern asexuell oder indifferent ist.“
„Durch Austausch der Pubertätsdrüsen beim noch unreifen Individuum kann man den Geschlechtscharakter vollständig umwandeln.“
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