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Ich hatte zu wiederholten Malen Gelegenheit, eine besondere Art von Phantasien zu beobachten, die den Zwangscharakter tragen und von Zwangsneurotikern sowie von solchen Personen, deren Charakter dem Zwangstypus zuzuzählen ist, produziert werden. Es treten bei diesen Menschen scheinbar ganz ohne äußeren Zusammenhang, isolierte Einfälle auf, die mit dem aktuellen Gedankengang nichts zu schaffen haben, weder zu seinen Prämissen noch zu seinen Konsequenzen gehören. Allen diesen Vorstellungen gemeinsam ist, nach meiner Erfahrung, daß sie einen Selbstvorwurf repräsentieren. Diese isolierten Einfälle bestehen meist nur aus belanglosen Worten, abgerissenen Stücken von Sätzen oder Melodien oder aus Überbleibseln geringfügiger Szenen oder aus Vorstellungen unbedeutender Gegenstände. Die Person entdeckt plötzlich, daß sie schon eine geraume Weile mit der immer wiederkehrenden Reproduktion solcher Einfälle beschäftigt ist, daß die Einfälle, trotz dem Versuch sie zu unterdrücken, nach längerer oder kürzerer Zeit doch unversehens wieder auftauchen, und zwar stets wieder mit dem Charakter, als hätten sie, ehe sie bemerkt wurden, schon eine Weile angedauert. Ihrem psychologischen Wesen nach sind derartige Einfälle Deckvorstellungen (Deckworte, Deckmelodien) im Sinne Freuds. Was sie für diese Erörterung auszeichnet, ist