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Diese beiden 124 Seiten langen Aufsätze scheinen die Ansätze zu einer noch nicht zu Ende gediehenen Monographie zu sein, obgleich dies nicht ausdrücklich gesagt wird. Da jedoch seit dem Juli 1914 nichts Weiteres veröffentlicht wurde, so soll zunächst eine Inhaltsangabe dieser zwei Kapitel mitgeteilt werden, bei Aufschiebung der Kritik über die Gesamtleistung bis zu einer künftigen Gelegenheit.
Das Thema wird mit den folgenden Sätzen eingeleitet: Angst ist die Vorwegnahme von Schmerz. Für jene Lebensformen, die der Angst fähig sind, ist diese Vorwegnahme nicht ein Vorhersehen, sondern bloß ein stark verallgemeinertes, mit Unlustcharakter verbundenes Vorgefühl, daß ein noch schmerzhafterer Zustand droht. Der Wille zum Leben, der élan vital wird mehr oder weniger in seiner Grandlage getroffen oder sein Wirkungskreis geschmälert, weil er eine Art Ankündigung erhält, daß er demnächst noch stärker gehemmt weiden wird. Diese vorfühlende oder futuristische Stellungnahme oder Orientierung gegenüber einem verschlechterten Zustand ist die besondere Qualität des psychischen Zustandes, den wir Angst nennen. Psychogenetisch aufgefaßt ist es eine primitive Anlage zur Zukunftseinstellung, u. zw. die am stärksten befeuernde und lebendigste ihrer Erscheinungsformen. In der Angst beherrscht die Zukunft die Gegenwart und gibt ihr eine neue Bedeutung zu der eigenen hinzu und ohne Angst könnte der Schmerz nur wenig von seinem großartigen Erziehungswerk in der Tierwelt vollbringen. Angst ist daher das Hauptbeispiel psychischer Prolepsis sowohl, wie auch der Hauptansporn zu psychischer Evolution… Wenn die Angst nicht empfunden worden wäre, so hätte sie auch nicht vorweggenommen worden können, es ist also der der Angst vorhergehende Zustand eine Art von Registrierung und in einem gewissen Grad ein Wiederaufleben dieser Eriunerungsspuren. So hängt die Angst mit der Vergangenheit nicht minder zusammen als, wie wir bereits gesehen haben, mit der Zukunft… Wenn Bergsons durée reelle oder seine Da