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Dieser Vortrag wurde im Mai bei einer Versammlung der American Psychopathological Association gehalten. Er zielt darauf, ob die von Freud entdeckten Mechanismen auch bei anderen Vorgängen, als den sexuellen statthaben z. B. beim Zorn. Hall erklärt, daß er sich vergeblich bemüht habe, Normalpsychologen für die Psychoanalyse zu interessieren, und er scheint für den von diesen angegebenen Grund Sympathie zu fühlen, nämlich, daß „derlei Patienten und ihre Arzte in gleichem Maße durch Erotik vergiftet sind, und die Psychologie Freuds sich nur auf perverse, erotomanische und andere abnorme Fälle anwenden läßt. All diese Abneigung auf soziale und ethische Verdrängung zurück zuführen, ist seicht, denn die wirklichen Ursachen sind sowohl mannigfaltiger als tiefer, Sie sind der Teil eines komplizierten Protestes der Normalität, der sich überall und selbst in den Widerständen der Analysierten findet; er ist in Wirklichkeit ein grundlegender Faktor unserer Selbstbeherrschung, von deren vielfachen Vorteilen uns Freud nichas sagt. Tatsächlich gibt es in der Menschenseele noch andere Kräfte als die Sexualität und ihre Verzweigungen. Hunger ist trotz Jung, Furcht trotz Sadger und Zorn trotz Freud ebenso primär, ursprünglich und unabhängig wie der Geschlechtstrieb, und wir verleugnen Tatsachen und psychische Erfahrung, wenn wir sie alle von der Sexualität ableiten“.
Die Analogien, die er im Falle des Zornes erblickt, sind die folgenden: 1. Zorn ist die am meisten dynamogenetische von allen Gefühlsregungen. Ferner „wenige, wenn überhaupt irgend welche, menschliche Triebe, gewiß nicht die Sexualität, haben eine intensivere, länger dauernde oder mannigfaltigere Verdrängung erlitten.“ 2. Zorn läßt zahlreiche Formen der Verschiebung zu. 3. Er hat zahllose Formen der Sublimierung. 4. Er hat seine Träume und Träumereien. „So gespenstisch und dramatisch sind diese Szenen oft, daß wir für das Seelenleben mancher Individuen Zorn und Haß als hauptsächliche Quellen der Einbildungskraft anerken