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Die Patientin, eine ungebildete Frau von 38 Jahren, erlitt Anfälle von Ohnmacht, Erbrechen und Kopfschmerzen; eines Tages entwickelten sich plötzlich eine rechtseitige hysterische Hemiplegie und Hemianästhesie mit Aphonie. Die Symptome besserten sich infolge der Behandlung mit Suggestion und psychischer Nacherziehung; bei der darauf folgenden Erforschung des Falles wurde die Entdeckung gemacht, daß die Erkrankung in unmittelbarer Beziehung zu ehelichen Streitigkeiten stand. Der Gatte war sehr zärtlich und liebevoll gegen seine Frau und gab ihr in jedem Punkte, wo sie es wünschte, uach, sobald sich ein Symptom ihres Leidens zeigte, mit Ausnahme eines wichtigen Gegenstandes, in welchem er sich ihr nicht fügen wollte. Die Lähmung folgte unmittelbar auf einen heftigen Streit über dieses Thema und wurde zum Teil durch die Tatsache beeinflußt, daß die Patientin kürzlich gegen ihren Willen eine alte Frau gepflegt hatte, die an Hemiplegie litt. Myerson gibt zu, daß die Erklärung die Verursachung der Hysterie nicht aufdeckt, sondern bloß die Zwecke, zu deren Erreichung sie benützt wird, erläutert — als Waffe bei ehelichem Zwist, ähnlich wie die der normalen Frau zur Verfügung stehende Tränenflut.
Ernest Jones.