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Ein älterer Herr wird bei Nacht von seiner Frau geweckt, die ängstlich darüber wurde, daß er im Schlafe so laut und unbändig lachte. Der Mann erzählte später, folgenden Traum gehabt zu haben: „Ich lag in meinem Bette, ein bekannter Herr trat ein, ich wollte das Licht aufdrehen, konnte es aber nicht, versuchte es immer wieder, — vergebens. Daraufhin stieg meine Frau aus dem Bette, um mir zu helfen, aber auch sie vermochte nichts auszurichten; weil sie sich aber vor dem Herrn wegen ihres Negligé genierte, gab sie es schließlich auf und legte sich wieder ins Bett; all dies war so komisch, daß ich darüber fürchterlich lachen mußte. Die Frau sagte: ‚was lachst du, was lachst du‘, ich aber lachte nun weiter, — bis ich erwachte.“ — Tagsdarauf war der Herr äußerst niedergeschlagen, hatte Kopfschmerzen, — „vom vielen Lachen, das mich erschüttert hat“, meinte er.
Analytisch betrachtet, schaut der Traum minder lustig aus. Der „bekannte Herr“, der eintritt, ist in den latenten Traumgedanken das am Vortage geweckte Bild des Todes, als des „großen Unbekannten“. Der alte Herr, der an Arteriosklerose leidet, hatte am Vortage Grund, ans Sterben zu denken. Das unbändige Lachen vertritt die Stelle des Weinens und Schluchzens bei der Idee, daß er sterben muß. Es ist das Lebenslicht, das er nicht mehr aufdrehen kann. Dieser traurige Gedanke mag sich an vor kurzem beabsichtigte, aber mißlungene Beischlafversuche angeknüpft haben, bei denen ihm auch die Hilfe seiner Frau in Negligé nichts half; er merkte, daß es mit ihm schon abwärts geht. Die Traumarbeit verstand es, die traurige Idee der Impotenz und des Sterbens in eine komische Szene und das Schluchzen in Lachen umzuwandeln.
Ähnliche „Affektvertauschungen“ und Umkehrungen von Ausdrucksbewegungen sieht man übrigens außer im Traum auch in der Neurose und als „passagère Symptombildungen“ in der Analyse.1)