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Ein — nicht in analytischer Behandlung stehender — Patient von mir berichtete den folgenden Traum. Ich schicke voraus, daß er gewöhnlich in Wien wohnhaft ist und sich gegenwärtig zur Militärdienstleistung in meinem Garnisonsort aufhält: „Ich wohne im naturhistorischen Museum, suche abervergebens mein Zimmer und kann es nicht finden.“
In diesem Traum kommt ein Element vor, das häufig symbolisch gebraucht wird, nämlich „Zimmer“. (Vgl. Freuds Traumdeutung, 4. Aufl., S. 262.) Ich glaube aber nicht, daß der richtige Sinn des Traumes für irgend jemanden erkennbar ist, auch wenn man die Symbolik durchschaut hat. Man gewinnt den Eindruck, daß sich die Einfälle des Träumers durch die Kenntnis der Symbolik keineswegs ersetzen lassen.
Nachdem mir der Traum mitgeteilt worden war, gab ich dem Träumer zunächst meine Vermutung wegen des Symbols Zimmer-Frauenzimmer bekannt und erhielt unmittelbar daran anschließend zwei Einfälle, die beide Erinnerungen enthielten, von denen die erste auf einige Jahre zurückgriff, die andere aktuelle Bedeutung besaß. Zunächst erinnerte er sich an einen Rundgang durch das naturhistorische Museum mit einer Dame, die ihm damals nahestand. Diese hatte ihm einige Zeit später erklärt, sie habe damals, zur Zeit des gemeinsamen Museumsbesuches, die Menstruation gehabt und ihm andeutungsweise Vorwürfe gemacht, daß er dies nicht bemerkt und sie übermüdet habe. In diesen Zusammenhang gehört aber eine Sorge, die ihn seit einigen Tagen sehr stark beschäftigt; er hat einen Brief von einer Dame erhalten, mit der er gegenwärtig in Beziehungen steht und in die er sehr verliebt ist. Dieser Brief enthielt einen Hinweis darauf, daß die Dame es als wahrscheinlich ansehe, sie werde zur Zeit seines demnächst bevorstehenden Urlaubes, den er zu einer Reise zu ihr benützen wollte, unwohl sein. Diese Aussicht war dem Empfänger des Briefes sehr peinlich.
Nach diesen beiden Einfällen ließe sich der Sinn des Traumes etwa so rekonstruieren: Ich bin mit meiner Geliebten beisammen und