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Wenn wir von der Beobachtung der Menschen ausgehen, können wir — zu deskriptiven Zwecken — zwei Typen als Extreme unterscheiden, die durch eine ganze Reihe von Zwischentypen voneinander getrennt und miteinander verbunden sind: Menschen, welche ihren Affekten freien Lauf lassen, und solche, welche jeden Affektausbruch zurückdrängen. Wir bleiben uns dessen natürlich bewußt, daß in der Realität weder der eine noch der andere Typ vorhanden ist, sondern nur Annäherungen an beide zu finden sind. Die Beziehungen dieser beiden Typen zu den Grenz-fällen des kranken und gesunden Menschen bleibe vorläufig unerörtert.
Wir vergegenwärtigen uns vielmehr den heftigen Affektausbruch eines Menschen, etwa einen Wutanfall und seine psychischen Konsequenzen für das Ich; wir wollen ferner versuchen festzustellen, welche seelischen Reaktionen sich ergeben, wenn ein solcher Ausbruch, z. B. durch äußere Umstände schon im Keime erstickt, unterbleibt. Dabei sehen wir von den psychogenen Vorbedingungen solcher Affektäußerungen, beziehungsweise Affektenthaltungen, wie wir sie durch die Psychoanalyse kennen gelernt haben, noch ab und beschränken uns darauf, die psychische Situation selbst zu beobachten.
Der Affektausbruch bringt nicht nur eine Erleichterung, eventuell Lösung der momentanen seelischen Spannung, sondern auch ein Kraft-gefühl, dessen Herkunft uns nicht zweifelhaft sein kann. Nehmen wir einen konkreten Fall: A. wurde von B. beleidigt und entlädt seinen Zorn in der eines gebildeten Europäers so unwürdigen Art: er gibt B. eine Ohrfeige. Die psychische Folge ist für A. zweifellos ein Gefühl der Genugtuung, in dem der Befriedigung sadistischer Tendenzen eine gewisse Rolle zukommt. Doch die Handlung selbst löst in A. ein Selbstgefühl aus, das durch diese Triebbefriedigung nicht völlig erklärt wird. Dieses Selbstgefühl hat eine Wurzel in der bewußten Wahrung der eigenen Persönlichkeit vor Beleidigungen, seelischen Beeinträchtigungen des Ich und wenn wir der Fortsetzung dieser Gefühle ins U