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Eine Mutter berichtet mir von ihrer vierjährigen Tochter: „Sie hängt mit besonderer Liebe und Zärtlichkeit an ihrem Vater. In letzter Zeit spielt sie mit Vorliebe ‚Vaters Frau’. Als ich sie nun fragte, warum sie Vaters Frau sein wollte, meinte sie: ‚Ich möchte so gern wissen, wie das ist; und dann kann ich auch endlich mal probieren, wie Kaffee schmeckt’. Auf meine Einwendung, wo ich denn dann bleiben solle, hatte sie die Antwort bereit: ‚Du bist dann eben unser Kind!’“
„Einmal“ — so fährt der Bericht der Mutter fort — „erzählte die Kleine ihrer älteren Schwester eine selbsterdachte Geschichte; die fing an: ‚Es war einmal ein Zwerg, der hatte sieben kleine Zwerglein, und die Mutter davon war schon längst gestorben.’ Ich fragte, warum denn die Mutter gestorben sei, und erhielt zur Antwort: ‚Ach, die war ja schon über 100 Jahre alt und sehr krank.’“
„Vor einigen Monaten blieb E. … im zoologischen Garten vor dem Wildschweinkäfig stehen, in dem sich eine Sau mit vielen Jungen befand. Voll Entzücken rief E.: ‚Sieh mal, da ist ein Vater Schwein mit seinen Kindern!’ Ich erklärte ihr, das sei die Mutter; darauf sie: ‚Nein, der Vater.’ Als ich nochmals versicherte, es sei die Mutter, fragte sie: ‚Aber wo ist dann der Vater?’ Erst als ich sagte, der sei wohl nur einmal ausgegangen, nahm ihr Gesichtchen wieder einen zufriedenen Ausdruck an.“
„Eines Tages sprach E. davon, ‚wenn sie erst einmal eine Braut wäre’. Ich fragte: ‚Wer soll denn dein Bräutigam sein?’ Da kam prompt die Antwort: ‚Nun, natürlich mein Geliebter, der Vater!’ Einige Wochen danach sagte sie zum Vater, als er sich verabschiedete: ‚Adieu, mein geliebter Mann!’“
Dies ist nur eine Auswahl aus zahlreichen ähnlichen Äußerungen desselben Kindes. Sie lassen alle in übereinstimmendem Sinne erkennen, wie die vierjährige Kleine ihre Liebe vorwiegend dem Vater zuwendet, ihn sozusagen der Mutter fort nimmt und ihn als ihren Mann bezeichnet; wie sie anderseits die Mutter kurzerhand beseitigt oder aber sie zum Kinde macht (die