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Ein zwangsneurotischer Patient — sonst manchmal wortkarg und zögernd in der Assoziation — zeigt sich in einer Stunde auffallend redselig. Hierauf aufmerksam gemacht, konstatiert er selber das Ungewöhnliche seiner Redeweise, beklage dies aber mit der ihm eigenen Selbstverspottung, da doch
„Schweigen Gold“ sei. — Auf diesen Einfall hin verweise ich auf die sym-bolische Identität von Gold und Kot und sage ihm, daß er offenbar mit den Worten, wie mit dem Gold und Kot, zu geizen pflege und heute nur ausnahmsweise in verschwenderischer Stimmung sei. Ich erkläre ihm übrigens, daß sein Einfall auch die psychoanalytische Erklärung des Sprichwortes vom „goldenen Schweigen“ ermögliche. Schweigen ist nur darum „Gold“, weil das Nichtsprechen an und für sich eine Ersparnis (an Aufwand) bedeutet. Bei dieser Bemerkung bricht der Patient in ein unbändiges Lachen aus und erzählt mir, daß er am selben Tage — ausnahmsweise — einen sehr ergiebigen Stuhl gehabt habe, während er sonst — wenn auch ziemlich regelmäßig — doch immer nur kleine Quantitäten zu entleeren pflegte. (Der aktuelle Anlaß zur Redseligkeit und Verschwendung war die plötzliche Befreiung von einem äußeren Zwange; es wurde ihm ermöglicht, eine Reise, die er sehr ungern gemacht hätte, zu unterlassen.)
Ein anderer Patient (Hysteriker) leidet u. a. an zwei Symptomen, die immer gleichzeitig und in gleicher Intensität auftreten: Stimmritzenkrampf und Krampf des Sphincter ani. Ist er in gehobener Stimmung, so ist seine Rede laut und frei, sein Stuhl ergiebig und „befriedigend“. Bei Depression (insbesondere aus Anlaß irgend einer Unzulänglichkeit) oder beim Verkehr mit Vorgesetzten und Höheren treten Stimmlosigkeit und Tenesmus zu gleicher Zeit auf.
(Die Analyse dieses Patienten ergibt u. a., daß er zu jenen nicht sehr seltenen Menschen gehört, die ihren Stuhl zurückhalten, weil sie davon eine „Stärkung“ [in physischer und psychischer Hinsicht] erwarten, während sie von der Entleerung „geschwächt“ zu werden fürchten. — Nach mein