You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Dieser Vortrag, gehalten vor der New Yorker Psychoanalytischen Vereinigung, ist nicht nur inhaltlich, sondern auch als menschliches Dokument wertvoll. Er enthält das wissenschaftliche Bekenntnis eines Gelehrten, der nach nicht geringen Kämpfen sich der Freudschen Psychoanalyse angeschlossen hatte und nun diese von einer Reihe früherer Anhänger angegriffen sah. Die neuen Theorien Adlers, eines früheren Freud-Schülers, wurden von Stanley Hall, einem früheren Förderer Freudscher Wissenschaft, rückhaltlos angenommen und als Befreiung von einem Vorurteil gefeiert, die neue Lehre von einer Anzahl von Jüngern diesseits und jenseits des Ozeans als Evangelium verkündet, wodurch das „Alte Testament“ Freuds abgetan und überholt worden sei. Putnam ließ sich durch diese Strömung affektiv nicht beeinflussen, sondern unterzog sich der Mühe, alle Arbeiten Adlers gewissenhaft zu studieren, bevor er sich dazu entschlossen hätte, auf Grund dieser an seiner Einstellung zu den zuerst von Freud niedergelegten und im einzelnen wiederholt modifizierten Formulierungen etwas zu ändern. Er stellte sich die Frage, ob und wieviel Neues in Adlers Arbeiten enthalten ist und ob diese Neuheiten eine vom bisherigen abweichende Beurteilung Freuds rechtfertigen.
Das Ergebnis dieser Untersuchung wird der Arbeit vorangeschickt. Sie lautet — bei aller Anerkennung für das Interessante und Anziehende in Adlers Werken — im Wesen für dessen Theorien ungünstig. Nachdem er sich redlich bemüht hat, den Adler schen Geist auf sich einwirken zu lassen, sieht sich Putnam gezwungen, seine frühere, im Wesen ablehnende Ansicht über Adlers Theorien zu wiederholen und sich bezüglich deren Bewertung im positiven wie negativen Sinne rückhaltlos Freud anzuschließen.
Im Rahmen eines Referates ist es unmöglich, die interessanten kritischen Ausführungen des Autors im einzelnen wiederzugeben. Im allgemeinen müssen wir sein für uns günstiges Votum um so höher bewerten, als ja Putnam, trotz aller Anerkennung für die Psychoanalyse,