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Wohl vertraut mit dem Rüstzeug der Psychoanalyse und mit der ihm eigenen großen Intelligenz sucht Tausk durch die von Freud geschlagenen Lichtungen in das Dickicht der Kriegspsychosen einzudringen. Der Autor beruft sich auf die ihm in seiner psychiatrischen Abteilung in einem Etappen-spital gewordenen reichen Erfahrungen. Von der richtigen Anschauung aus-gehend, daß auch die Erscheinungen der Psychosen sich als sinnvolle erweisen und in ihrem psychischen Mechanismus durch Untersuchung des Unbewußten aufklärbar sein müssen, geht er daran, eine Gruppe von klinisch als Paranoia cum melancholia imponierenden Fällen zu untersuchen. Die Melancholie stellt sich bekanntlich nach Freud als eine pathologische Reaktion auf den Verlust von geliebten Objekten der Außenwelt dar, als eine Art pathologische Trauer. Die Selbstvorwürfe sind nach Tausks, übrigens von Freud bestätigter, Aufklärung nur scheinbar gegen das Ich des Kranken gerichtet; sie gelten vielmehr ursprünglich dem geliebten Objekt und werden nur durch Identifikation mit demselben zu Selbstvorwürfen.
Bei der in der Melancholie abgelösten Libido scheint es sich dem Autor nur um heterosexuelle zu handeln. Die Disposition zur Melancholie träfe in Übereinstimmung mit Freud jene Personen, die nach dem narzißtischen Typus ihre Objektwahl durchführen und somit auch das heterosexuelle Objekt unter die Bedingung des homosexuellen bringen: Der Verlust des äußeren Liebes-objektes würde durch den der narzißtischen Konstellation eigenen Identifi-kationsmechanismus — als Verlust der Liebe zur eigenen Person empfunden und träte als melancholische Ichverkleinerung, d. i. Verlust des Selbstgefühls zu Tage. Da die von Tausk beobachteten Fälle auch an Paranoia litten, der katexochen narzißtisch-homosexuellen Krankheit, gewinnt die obgenannte Deutung der Melancholie an Wahrscheinlichkeit. Denn das militärische Milieu,