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Oft erzählen einem die Patienten, daß sie im Schlafe eine Pollution gehabt haben, ohne daß der sie begleitende Trauminhalt einen sinnlichen Charakter gehabt oder überhaupt eine geschlechtliche Beziehung verraten hätte. Manchmal vermag die Analyse die Fäden aufzudecken, die von dem harmlosen bewußten Trauminhalt zu einer unbewußten Sexualphantasie führen, die die stattgefundene Samenergießung erklärlich macht. Immerhin zeigt es von einer starken Fähigkeit zur Verdrängung, wenn jemand die Verschiebung vom Eigentlichen bis zum letzten Momente des organischen Befriedigungsprozesses festzuhalten versteht. — Viel häufiger sind natürlich Fälle, in denen der Traum — wie gewöhnlich — mit Entstellungen und Verschleierungen der Phantasie beginnt, im Momente des Orgasmus aber unverhüllt die sexuelle oder genitale Begebenheit dem Träumenden bewußt werden läßt.
Es gibt aber eine typische Form dieser Pollutionsträume ohne Orgasmus, die ich bei einem jungen Manne längere Zeit hindurch fast täglich zu studieren Gelegenheit hatte. Er hatte jede Nacht eine Pollution, aber niemals an einen sinnlichen Trauminhalt geknüpft. Es waren Beschäftigungsträume, die mit einem Samenerguß endigten; sie bestätigen also die Annahme Tausks, wonach der pathologische Beschäftigungsdrang eine entstellte sexuelle Betätigung darstellt.
Der junge Mann träumte z. B. von einer komplizierten mecha-nischen Entdeckung (er wollte Techniker werden), von einem fliegenden Automobil, das alle Vorzüge einer Flugmaschine und eines Automobils vereinigte. Die Arbeit ging schwer von statten, alle möglichen Hinder-nisse stellten sich ihm in den Weg, doch als die Maschine fertig war und sich in Bewegung setzte — erwachte er mit einer Pollution. — Andere Male träumte er von einer schwierigen mathematischen Aufgabe, deren Lösung mit einer Ejakulation einherging, usw.
Da ich von Freud wußte, daß Pollutionen zumeist nächtlicherweise wiederkehrende Onaniebetätigungen (oder zumindest Onaniephantasien) sind, forschte ich bei diesem