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In der Aphorismen-Sammlung Strindbergs, die unter dem Titel: „Das Buch der Liebe“ herausgegeben wurde, findet sich die folgende, mit der Warnung: „Spiele nicht mit der Liebe!“ überschriebene Stelle: „Untreue ist ein kosmisches Verbrechen, das den einen oder den anderen Teil in ein perverses Verhältnis zu seinem eigenen Geschlecht bringt. Wenn der Gatte seine Gefühle auf ein anderes Weib richtet, ist die Gattin furchtbaren Wechselströmen ausgesetzt: abwechselnd liebt und haßt sie das Weib, das ihre Nebenbuhlerin ist. Oft kann sie die Freundin der Geliebten des Mannes werden, öfter aber wird sie die Hasserin.“ Die „Wechselströme“ knüpfen unmittelbar an Strindbergs, von ihm selbst in „Inferno“ geschilderten paranoischen Wahn an, in dem er sich von seinen zu Feinden gewordenen Freunden durch geheimnisvolle elektrische Ströme verfolgt glaubte. Die Verwendung dieser Vorstellung, deren wahnhafte Bedeutung inzwischen so weit abgeblaßt war, daß sie nur mehr im Sinne des okkultistischen Jargons gebraucht wird, in der oben zitierten Stelle weist deutlich darauf hin, daß die elektrischen Ströme nichts anderes sind, als die „Gottesstrahlen“ des an Dementia paranoides erkrankten Schreber, deren Sinn Freud1) als die dinglich dargestellten, nach außen projizierten Libidobesetzungen dargetan hat. Der intuitiven Erkenntnis des Dichters klebt so noch immer etwas Wahnhaftes an. Entkleidet man sie dieses Restes von Entstellung, indem man „Wechselströme“ mit Libidobesetzung übersetzt und berücksichtigt, daß der Dichter die psychische Realität mit der in der Außenwelt vorhandenen und die Ursache mit der Wirkung vertauscht hat, so findet man ein wertvolles Stück psychoanalytischer Erkenntnis ausgesprochen,