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In dieser Schrift wird mit sorgfältigster Abwägung der Argumente der Beweis geführt, daß die Annahme eines seelischen Unbewußten für die Psychologie unausweichlich geworden ist, auch wenn die von der Psychoanalyse zur Entscheidung der Frage beigestellten Funde unberücksichtigt bleiben. Was dem Psychoanalytiker trotz der Einwürfe der Schulpsychologie längst unzweideutig gegeben erschien, wird hier ohne Heranziehung einer neuen Technik oder bisher unbekannten seelischen Materials auf Grund theoretischer Erörterungen und Erwägungen bejaht.
In der Einleitung legt der Verfasser klar, daß die Einschränkung des Seelischen auf die Bewußtseinsvorgänge nur dadurch zu dem Ansehen einer grundsätzlichen Erkenntnis gelangte, weil sie die Reaktion gegen die aristotelische Theorie von der Seelensubstanz war, durch deren Überwindung die moderne Psychologie als selbständige Wissenschaft erst möglich wurde. Dann wird eine Reihe von unbewußten Seelenphänomenen geschildert und zwar zunächst solche, die wir nach der von Freud geschaffenen Terminologie vorbewußte zu nennen gewohnt sind, das heißt solche, gegen deren Wiederkehr ins Bewußtsein kein Widerstand besteht. Von da an aufsteigend werden in der dritten und vierten Gruppe, unter dem Namen des „Unerledigten“ und „Uneingestandenen“ die Grenzen des Vorbewußten überschritten und dauernd zur Fernhaltung vom Bewußtsein bestimmte Vorgänge vorgeführt, bis endlich in der fünften Gruppe das „Verdrängte“ mit seinem eigentlichen Namen hervortritt.
„Das Bewußtsein ist eigentlich unproduktiv; es ordnet, kritisiert wohl, aber aller Inhalt, an dem es seine normierende Funktion betätigt, muß ihm vorgegeben sein, wird von ihm nicht erzeugt. Das unbewußte Seelenleben, d. h. das vor der Funktion des Normbewußtseins liegende ist (nicht nur das ‚wahre, echte Sein‘, wie die Ethik der Natürlichkeit versichert, sondern auch) das eigentliche schöpferische Prinzip. Aus dem Unbewußten stammen alle Einfälle und Inspirationen, alle lebensgestaltenden Wunschziele u