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Das Verhältnis des Neurotikers zum Geldbesitz ist in der psychoanalytischen Literatur eingehend erörtert worden. Sowohl Freud als die Autoren, die sich nach ihm mit den „analen“ Charakterzügen beschäftigt haben, behandeln den neurotischen Geiz, das ängstliche Zurückhalten des Geldes aus unbewußten Motiven. Das gegenteilige Verhalten mancher Neurotiker hat, obwohl es dem Arzt in der Psychoanalyse keineswegs selten entgegentritt, nicht die gleiche Beachtung gefunden. Die Neigung zu übertriebenen Geldausgaben tritt bei manchen Neurotischen plötzlich, ja anfallsweise hervor und steht dann in einem auffälligen Gegensatz zu ihrer sonstigen Sparsamkeit.
Es handelt sich, nach einer kleinen Reihe von Erfahrungen aus meiner psychoanalytischen Tätigkeit, um eine bestimmte Gruppe von Neurotischen: Kranke, welche sich in dauernder infantiler Abhängigkeit vom elterlichen Hause befinden und von Verstimmung oder Angst befallen werden, sobald sie sich von ihm entfernt haben.
Die Patienten selbst behaupten, daß das Geldausgaben ihre Angst oder Verstimmung erleichtere. Sie haben auch rationelle Erklärungen dieser Wirkung zur Hand: das Geldausgeben erhöhe ihr Selbstgefühl, oder es lenke sie von ihrem Zustand ab. Die Psychoanalyse fügt dieser rein oberflächlichen Erklärung jedoch eine tiefere, das Unbewußte berücksichtigende hinzu.
Wie jede Psychoanalyse eines derartigen Falles aufs Neue lehrt, ist es dem Kranken infolge der Fixierung seiner Libido verwehrt, sich räumlich von den Eltern oder den sie vertretenden Personen zu entfernen. Die Entfernung vom Hause bedeutet seinem Unbewußten eine Ablösung der Libido von ihren Objekten. Stets lassen sich zwei entgegengesetzte psychische Strömungen nachweisen: eine konservative im Sinne der dauernden Fixierung und eine andere im Sinne der Hinwendung zu den Objekten der Außenwelt.
Jeder Versuch der Übertragung der Libido auf neue Objekte ist bei den Kranken gerade darum mit so schwerer Angst verbunden, weil das unbewußte Verlangen danach besonders h