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In der Arbeit über den „kleinen Hahnemann“, der in frühester Kindheit eine ganz geringfügige Verletzung des Penis erlitt, die dann seine ganze Triebrichtung und geistige Entwicklung entscheidend beeinflußte, mußte ich auf die große Bedeutung des Konstitutionellen bei der Kastrationsangst hinweisen, zu der das Erleben nur als auslösendes Moment hinzutritt.
Der Zufall führte vor etwa drei Jahren einen Patienten zu mir, der als Gegenstück zum „Hahnemann“ betrachtet werden kann. Er erlitt nämlich, noch nicht ganz drei Jahre alt, wirklich die „Kastration“. Natürlich war es nicht die Kastration im medizinischen Sinne, sondern eine andere Operation am Penis. Der Patient erinnert sich genau, wie es dazu gekommen ist. Er hatte Harnbeschwerden (sicherlich infolge einer Phimose), worauf es dem Vater, einem sehr energischen Herrn vom Lande, trotz seiner gutchristlichen Religion einfiel, statt des Kreisarztes — den jüdischen Schächter des Dorfes zu Rate zu ziehen, der eine vom medizinischen Standpunkte hier nur zu billigende Heilmethode, die Beschneidung vorschlug. Der Vater willigte sofort ein, der Schächter holte sein langes, scharfes Messer und vollzog am sich fürchterlich wehrenden und natürlich nur mit Gewalt festzuhaltenden Knaben die Entfernung der Vorhaut.
Es handelt sich um Herrn L., einen kroatischen landwirtschaftlichen Beamten, der sich zur Behandlung seiner Impotenz an mich wendete. Er sei ledig geblieben, habe außer mit Prostituierten niedrigster Sorte, bei denen seine Potenz auch nicht sehr sicher sei, noch nie ernstlich mit Frauen zu tun gehabt. Es fehle ihm an dem hiezu erforderlichen Mut. — Bald stellte es sich heraus, daß dieser Mangel an Selbstvertrauen nicht nur sein Sexualleben, sondern auch seine übrige Existenz vollkommen beherrschte und schuld daran war, daß er trotz seiner nicht ganz gewöhnlichen Intelligenz es weder sozial noch materiell weit brachte.
Da es die Stellung des Patienten nicht erlaubt, einen längeren Urlaub zu nehmen, kommt er nur in längeren