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Bekanntlich hat Freud den Terminus, den der Autor zum Titel seines Werkes gewählt hat, niemals gebraucht, er ist die Erfindung des Dr. Schultz selber und alle Verantwortung für die Einseitigkeit, die in dieser Namengebung steckt, fällt auf ihn selbst zurück.
Den Lesern dieser Zeitschrift brauche ich nicht zu erzählen, daß Freud sich stets ausdrücklich gegen die ungebührliche Verallgemeinerung des Libidobegriffes verwahrte, daß er ängstlich bestrebt war, auch in der Ätiologie der Neurosen die sexuelle Komponente nur so weit gelten zu lassen, als es ihm die Erfahrung aufnötigte, und daß er die Wirksamkeit anderer als sexueller Triebkräfte immer und immer wieder betonte.
Es lohnte sich nicht, bei dieser Arbeit zu verweilen, wäre sie nicht ein typisches Beispiel dafür, wie in neuester Zeit mit der Psychoanalyse verfahren wird. Nach den „schwärmerischen Anhängern“ und den „gehässigen Gegnern“ kommen jetzt die sogenannten Objektiven zu Worte. Man verstehe hier unter Objektivität die Geschicklichkeit, die es zu stande bringt, den Anschein wissenschaftlicher Vorurteilslosigkeit zu wahren, ohne den erwähnten „gehässigen Gegnern“ — d. h. den leitenden akademischen Kreisen, allzuschroff zu widersprechen. Daß mich das nicht der Freudsche Kastengeist sagen läßt, möge der Leser selbst beurteilen. Ich will ihm hier einige Kostproben geben.
„Es ist“ — heißt es auf Seite 19 — „durchaus nicht notwendig, der berechtigten, aber einseitig-methodologischen Kritik, wie sie in besonderer Schärfe von Isserlin, Kronfeld, Spielmeyer, Hoche u. a. geübt wurde, folgend, die ganze „Traumdeutung“ als kritiklose Rätselratemethode zu verwerfen. Man wird dem Studium der Träume auch mit Benützung des einen oder anderen Freudschen Hilfsprinzipes gelegentlich einen gewissen Wert zusprechen können.“
Wie kann nun eine methodologische Kritik einseitig und doch berechtigt sein? Wann und welchem Freudschen Hilfsprinzip kann man „gelegentlich“ einen Wert zusprechen? Von alledem erfahren wir vom Autor gar nichts,