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Abrahams sehr lehrreiche Arbeit1) verdient eine aufmerksame Diskussion. Zu seiner Aufstellung, daß die Ejaculatio praecox auf eine überstarke Erogenität der Urethra und eine Fixierung der Libido an die Harnexkretion zurückzuführen sei, möchte ich jedoch einige Einschränkungen und Ergänzungen nachtragen.
Zur sichtbaren Absteckung des Umfanges, in dem meine folgenden Ausführungen als Ergänzung der Abraham schen Arbeit gelten sollen, gestatte ich mir eine kritisch gehaltene Zusammenfassung der ätiologischen Momente and Syndrome vorauszuschicken, die der Autor für wesentliche Bestandteile in der Entstehungsgeschichte und im klinischen Bild der Krankheit hält.
Abraham geht von der Beobachtung aus, daß bei den an E. p. leidenden Kranken „die Samenentleerung nicht durch rhythmische Ausstoßung erfolgt, sondern daß ein kraftloses Abfließen stattfindet“. In dieser Erscheinung sieht Abraham eine Analogie zur Urinentleerung in der frühesten Kindheit, in der der Mensch seine Blasenfunktion gar nicht oder nur in sehr unvollkommener Weise beherrschen kann; und indem er auf die Tatsache hinweist, daß die Enuresis in diesen Krankengeschichten eine große Rolle spielt und daß der sexuelle Lustwert der Harnentleerung der kleinen Kinder durch die psychoanalytische Forschung außer Zweifel gestellt wurde, kommt er zu dem Schluß, daß die an E. p. leidenden Neurotiker auf dem infantilen Libidostandpunkt stehen geblieben sind, „daß sie aus dem Abfließenlassen körperlicher Produkte Wollust ziehen“.
Als Konsequenz dieser Libidofixierung ergibt sich ein Mangel „der durchgreifenden männlichen Aktivität bei diesen Kranken“. Die Fixierung an die Urethralerotik und die Lust an der Harnentleerung bewirkt, „daß die Genitalzone im strengen Sinne des Wortes nicht zur Leitzone wird. Dies ist auch daraus ersichtlich, daß bei vielen dieser Kranken die Oberfläche der glans penis mangelhaft erregbar ist und daß sich häufig eine besondere Erogenität des Dammes und der rückwärtigen Partien des Skrotums findet, a