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Ein junger Kaufmann war längere Zeit hindurch wegen seiner Zwangsund Angstzustände bei mir in Behandlung, die ich aber nicht ganz zu Ende führen konnte, weil die eingetretene Besserung, wie so oft, vom Widerstande als Motiv zum Abbrechen der Kur benützt wurde. Den aktuellen Anlaß zu seiner Erkrankung gab, wie es die Analyse bald aufdeckte, das Verhältnis zu seiner Frau. Ich mußte dem Patienten auf Grund sehr deutlicher Anzeichen klarlegen, daß er am Konflikt zwischen der Geldliebe (Analerotik) und der übrigen Sexualität scheiterte. Er heiratete eine mehr als wohlhabende Frau, in die er nicht verliebt war, während sein Ubw. von interesseloser Hingebung träumte; u. a. dachte er oft auch bewußt an ein ganz mittelloses, aber liebreizendes Weib, an dessen Seite er vielleicht das Glück, nach dem er sich sehnte, gefunden hätte. Ich mußte allerdings dem Patienten nahelegen, daß auch dieses Glück kein ungetrübtes gewesen wäre, da ja dabei seine nicht minder starke andere Leidenschaft, die Geldliebe, leer ausgegangen wäre.
Bei einem unserer Gespräche brachte nun der Patient die meiner Ansicht nach entscheidende Bestätigung der vorausgegangenen Deutungen. Er erinnerte sich, daß er kurz nach seiner Verlobung, beim intimen Beisammensein mit der Braut, plötzlich von einem unangenehmen Geruch aus ihrem Munde erschreckt wurde. Er entfernte sich unvermittelt, eilte zu einem Vertrauten und wollte die Verlobung sofort rückgängig machen. Man beruhigte ihn, und da der üble Geruch sich nicht mehr zeigte, ließ er von seinem Vorhaben ab, — die Heirat ging von statten.
Diese Erinnerung mußte ich wie folgt erklären: Ein an sich offenbar unbedeutender Geruch aus dem Munde der Braut verknüpfte sich assoziativ mit der ursprünglichen Analerotik des Patienten, aus der die Geldliebe hervorging; er war nahe daran sich einzugestehen, daß er des Geldes wegen zu heiraten im Begriffe steht; vor dieser Möglichkeit wollte er mit derselben Angst die Flucht ergreifen, wie vor den eigenen schlecht verdrängte