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Als eine Illustration der Freudschen Auffassung der Paranoia dürfte folgender Krankheitsfall angesehen werden, bei dem der Ausbruch einer persekutorischen Halluzinose sozusagen im statu nascendi beobachtet werden konnte.
Der Vater des Patienten schildert in überschwenglicher Weise die Zärtlichkeit und Anhänglichkeit desselben, speziell ihm (dem Vater) gegenüber. Der Patient zeigt in der letzten Zeit ein verändertes Wesen, ist unruhig, kann es nirgend länger aushalten, ging einigemal durch, war einigemal so unbotmäßig, daß der Vater ihn züchtigen mußte. Aus den Schilderungen des Vaters ging hervor, daß er an dem Patienten (dem ältesten von drei Kindern) mit ganz außergewöhnlicher Liebe hing, daß er ihn früher im höchsten Maße verzärtelte. Die Anhänglichkeit und die Zärtlichkeit dieses Sohnes sind dem Vater der einzige Trost und die einzige Hoffnung seines Lebens.
Der Patient — ein großer, schlanker und hübscher 16½jähriger Jüngling von einnehmendem Äußern — fällt durch sein fortwährendes überlegenes Lächeln auf. Er ist ziemlich redselig: er besitze einige seltene Gaben: 1. könne er jedem Menschen die Gedanken vom Gesichte ablesen, er sei Gedankenleser; 2. könne er jeden Menschen erheitern …. Deswegen allein sei er schon wert, gesund zu werden. Er sei zwar nicht krank, aber etwas nervös. Er weiß alles, kann das Richtige vom Unrichtigen unterscheiden … „Puncto geschlechtliche Sachen“ sei er sehr klug…. Vor ½ Jahre verkehrte er mit einem Mädchen, das habe ihn sehr angestrengt, auch andere Mädchen waren in ihn verliebt …. Er hat auch sehr hübsche Cousinen, aber mit denen kann man doch nicht geschlechtlich verkehren …. Er sei sehr klug, viel klüger als sein jüngerer Bruder…. Jetzt sei er sehr müde, möchte nur Ruhe haben und gutes Essen ….
In den nächsten Tagen erzählte der Patient, daß er schon seit zwei Jahren nervös sei, seitdem der Vater ihn — vor zwei Jahren eben — geschlagen habe. „Ich war vorher schlecht, habe Schlechtes mit meiner Schwester gemacht.“ Sie war damals 13