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Im Spätjahr von 1915 und im Laufe von 1916 wurden von Van Ophuijsen und Van Emden in Versammlungen der medizinischen Vereinigungen im Haag je zwei Vorträge gehalten über „Psychoanalyse als Therapie“, „Psychoanalytische Bemerkungen über die sogenannte Frigidität“, über „Infantile Sexualität und Neurose“ und über „Die Traumdeutung in der Psychoanalyse“. Lebhafte Diskussionen fanden statt und große Widerstände wurden entfesselt, mit der Folge, daß Prof. Winkler aus Utrecht als bekannter Gegner der Psychoanalyse eingeladen wurde, um in Februar dieses Jahres (1917) einen Vortrag „Contra“ abzuhalten. Eine ungewöhnlich große Versammlung, welche sich auf eine Zerfleischung der Psychoanalyse freute, war zugegen in nicht gerade wissenschaftlicher und würdiger Stimmung und, wie begreiflich, gelang es in der Diskussion den leider nicht mit Talent zur Debatte beschenkten anwesenden Psychoanalytikern nicht, die oft unkenntliche, sogar karikierte Darstellung der Psychoanalyse zu korrigieren.
Der Vortrag „Über die Frendsche Psychoanalyse“ wurde nachher unter dem Titel: „Het Stelsel (Das System!) van Prof. Sigmund Freud“ veröffentlicht. Winkler spricht nur ungern über diese unreife Frucht der Wissenschaft. Er glaubt, daß im Freudismus in einem Berge von Sand ein Körnchen Wahrheit versteckt enthalten ist, und schätzt das System (wiederholt spricht er vom Ausbauen des Systems) als eine stark aufgeblähte, in der Sonne glänzende Seifenblase ein, von welcher nicht viel mehr wie ein Wassertropfen übrig bleiben wird. Zu gleicher Zeit hat er großen Respekt für den Scharfsinn des Mannes, der es zusammengesetzt hat. Freud hat seine völlige Sympathie für die felsenfeste Überzeugung, daß die nächste Triebfeder für unsere Ilandlungen nicht in unserem bewußten Geistesleben, sondern in der uns nicht bewußten Wirksamkeit des Nervensystems zu suchen sei.
In der knapp zugemessenen Zeit muß W. sich darauf beschränken, aus der großen Verschiedenheit der Freudschen Arbeiten einiges Zusammenhängende, welch