You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Verfasser beabsichtigt eine Warnung vor der soeben unter dem Titel „Het stelsel van Prof. Sigmund Freud“ (Das System von Prof. S. Freud) erschienenen Schrift von Prof. Dr. C. Winkler.
Wer meinen sollte, aus dieser Schrift die Meinungen Freuds kennen zu lernen, wird sich betrogen finden. Denn die Vorstellung, welche Winkler sich davon gebildet hat, ist ein Zerrbild des Originals. Daher gehen auch die kritischen Bemerkungen, welche er dazu macht, an Freuds Arbeit vorüber.
Eine ausführliche Berichtigung aller fehlerhaften Darstellungen Winklers würde zu einem stattlichen Bande werden. Hier können deshalb nur einige Stichproben behandelt werden.
Erstens hat es nach Winklers ganzer Darstellungsweise den Anschein, als habe Freud ein System erdacht und allmählich im Laufe der Jahre „ausgebaut“. Von Freuds Erfahrungen ist keine Rede. Durchgehends wird gehandelt von Freuds „psychologischem System“ und wird behauptet, es ruhe auf „unbewiesenen Voraussetzungen“. Demgegenüber bemerkt Verfasser, daß Freud immer praktisch tätig war als Nervenarzt und seine Theorien nur aufstellte, um die von ihm gefundenen Tatsachen zu erklären.
Dann wird bemerkt, daß auch die Einzelheiten des „Systems“ unrichtig wiedergegeben sind. Sogar Winklers Darstellung der „Vorläufigen Mitteilung“ ist schon falsch. Winkler beendigt dieselbe mit der Behauptung, Freuds Ansichten über die hysterische Phänomene beruhten auf der Lehre des „frei umherflatternden Affektes, welches frei und ungehemmt im bewußten Leben herrsche als aktiver Meister“. Es wird demgegenüber vom Verfasser bemerkt, daß bei Freud nie von einem frei umherflatternden Affekte die Rede ist. Wohl sprach er einmal von einem „gleichsam frei flottierenden Quantum