You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In einem Eisenbahncoupé, wo es heiß und stickig war und er zum Fenster nicht zukonnte, um es zu öffnen, träumte Cl., daß er im selben Coupé beim offenen Fenster sitzt und in tiefen Zügen die frische Luft einatmet. — Cl. klassifiziert den Traum richtig als „Bequemlichkeitstraum“ im Sinne Freuds, er irrt aber, wenn er meint, daß unter diesem Namen hauptsächlich Durstträume verstanden werden; der Begriff „Bequemlichkeitstraum“ umfaßt alle Arten von Träumen, die irgend welche Unbequemlichkeit provoziert.
Cl. hefürchtet auch mit Unrecht, daß ihm „die Psychoanalytiker vom reinsten Wasser“ vorwerfen werden, diesen Traum nicht zu Ende analysiert zu haben, weil er nicht bis zu dessen infantilen Quellen zurückgegangen ist. Auch der Psychoanalytiker hätte im gegebenen Falle wahrscheinlich keinen Anlaß zum Weiterforschen gefunden, da die Lösung in der Situation einfach gegeben ist. Die Bequemlichkeitsträume sind nämlich an und für sich von infantilem Typus: sie sind einfache, unentstellte Wunscherfüllungen; ihre Motive — meist körperliche Sensationen von beträchtlicher Intensität — brauchen nicht vom infantilen Kapital zu borgen, um sich geltend zu machen. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß es nicht auch Bequemlichkeitsträume