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Wir haben in Freuds „Totem und Tabu“ gesehen, wie wertvoll eine vergleichend ethnologische Kompilation, die, Naturvölker an Stelle von Ur-völkern setzend, bis in der Menschheit Urzeit vordringt — für die Deutung gegenwärtiger psychologischer Phänomene werden kann. Der um Traum und Mystik verdiente Autor meistert das Instrument jener ethnologischen Forschung und verwendet es hier, um das Problem der „Wiedergeburt”, die auch in der modernen Theosophisterei eine Holle spielt, als altes und weitverbreitetes Menschheitsproblem uns näher zu bringen. Weniger ansprechend scheint mir Silberers aus seinen Untersuchungen alter Gebräuche und Aberglauben abgeleiteter Trost — über die unendlichen Blutopfer dieses Weltkrieges. Hingegen ist sein Kampf gegen wichtige Bestandstücke der Theosophielehre, besonders die Wiedergeburt, ein wertvoller. Die Weltbilder der Theosophie zeigen ihm „regressiven Charakter, der zum Wahnsinn wird, wenn er sich in einem Individuum allzusehr festsetzt“. Der Autor glaubt sich mit Freimark vollberechtigt, die ethischen Ziele vieler moderner Theosophistenlehren anzu-zweifeln und ist von dem Zug ins Infantile, der ewigen Verwechslung von subjektivem und objektivem Geschehen, dem konstanten Vermaterialisieren des Geistigen durch Hypostasierung immer neuer Empfindungsleiber etc. abgestoßen. Der moderne Okkultist schöpft nicht etwa Belehrung aus dorn Reichtum früherer Geister, indem er ihre Werke liest, sondern will — wie der Wilde in der Unterwelt — die Geister wirklich antreffen (Astralreich). Die tiefe Abneigung des Wissenschaftlers gegen diesen mystischen Tummelplatz, der Mindergebilde-ten spricht aus Silberers Arbeit, die jedoch — Worte des Evangeliums gläubig zitiert. Der Kampf gegen die Mystik wird auch Individualanalysen erfordern, um zu zeigen, wie der Einzelne das Bedürfnis nach mystischer Befriedigung