You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Mädchen: drei Jahre. Sie sieht ihre Mutter im Bad und fragt: Mutti, wann werde ich so große Knöpfe haben? (Brustwarzen.)
Mädchen: Beginn der Latenzperiode. Sie nimmt einmal das Schürzen-bändchen, bindet es vorne zusammen, hält das Ende von sich weg, stellt sich breitbeinig hin und sagt: Jetzt bin ich ein Junge.
Dasselbe Mädchen. Man verspricht ihr eine Schokoladepuppe und fragt, ob es ein Knabe oder ein Mädchen sein soll. Sie antwortet darauf prompt. Ein Junge. Da ist mehr daran.1)
Mädchen: neun Jahre: „Onkel, wenn du in den Schützengraben gehen wirst, wirst du verwundet werden: dann werde ich dich pflegen und dann werde ich dich nackigt sehen.“ Als sie merkt, daß man über diesen Ausspruch entrüstet ist, sagt sie: „Am nackigt liegt mir ja nichts. Ich meine nur so, dann werde ich dich halt pflegen.“ — Dasselbe Kind duldet niemanden anwesend, wenn es sich wäscht. „Ich weiß schon, was du willst,“ pflegt sie zu sagen, „du willst mich nackigt sehen.“
Knabe; drei Jahre. Er wird von der Mutter zur Belohnung nach der Defäkation auf die Nates geküßt. „Mammi, Litzi küssen!“ ruft er aus. (Litzi ist gleich Penis in seiner Sprache.)
Mädchen; drei Jahre. Sie sagt statt Fingerhut: Fingertopferl.
Knabe; sieben Jahre. Die französische Gouvernante fragt ihn: Was heißt die Tür auf französisch? Darauf er: Das sage ich nicht; ich sage Klosett. (La porte. War vom Knaben als Witz gemeint, über den er stark lachte.)
Mädchen; zehn Jahre. Erzählte eine Phantasie, sie hätte ein Plakat gesehen, auf dem stand, ein Mädchen könne durch eine Operation ein Junge werden. Sie überlege sich bei allen Mädchen, ob bei ihnen die Operation noch wirken könnte, und entscheidet: „Bei dieser ist es noch Zeit, bei dieser zu spät.“ — Ein andermal erklärt sie, fest davon überzeugt zu sein, sie könnte noch einmal ein Junge werden; sie müßte nur Geduld haben.