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Am vorletzten internationalen psychoanalytischen Kongreß zu München, wo so viele bis dahin latente Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern klar zu Tage traten, hielt unter anderen Kollege Dr. Bjerre (Stockholm) einen Vortrag, in dem er, nicht unähnlich den Züricher Sezessionisten, die rein psychoanalytische Therapie mit einer ärztlichen und ethischen Erziehung des Patienten zu kombinieren vorschlug. Da sich Bjerre damals ausdrücklich gegen gewisse diesbezügliche und seiner Auffassung widersprechende Äußerungen meinerseits wendete, sah ich mich veranlaßt, diese zu verteidigen und nochmals zu betonen, daß sich die psychoanalytische Therapie in der methodischen Aufklärung und Überwindung der inneren Widerstände des Patienten erschöpfen muß und ohne sonstiges aktive Eingreifen wirkliche Erfolge erzielen kann. Insbesondere warnte ich bei dieser Gelegenheit davor, diu psychoanalytische Kur mit der sogenannten Suggestion (Übertragungskur) zu vermengen.
Nun finden sich in einer früheren Nummer unserer Zeitschrift1) zwei einander widersprechende Äußerungen über diese Frage. Jones sugt in seiner klaren und scharfen Antikritik der Janet schen Auffassung der Psychoanalyse unter anderem: „Niemals rate ein Psychoanalytiker dem Patienten, am wenigsten zur Aufnahme des Geschlechtsverkehrs.“ In den ersten Zeilen einer Mitteilung von Sadger hingegen wird das Verhalten eines Patienten geschildert, nachdem er „infolge meines (des Autors) Rates zum erstenmal koitiert hatte“.
Ich glaube, daß die Wichtigkeit des Problems die neuerliche Aufrollung der Frage, ob der Analytiker dem Patienten Ratschläge erteilen darf, rechtfertigt.
Nach dem, was ich in München darüber äußerte, scheint es, als ob ich hier unbedingt Jones recht geben und Sadgers Vorfahren verwerfen müßte. Daß ich es nicht tue, sondern Jones' Äußerung für eine Übertreibung erkläre, bedarf also der Rechtfertigung.
In mehreren Fällen von Angsthysterie und hysterischer Impotenz machte ich die Erfahrung, daß die Analyse bis zu e