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Wenn wir eine psychoanalytische Behandlung beginnen, so machen wir den Patienten mit der Grundregel des Verfahrens bekannt, die er unbedingt zu befolgen habe. Das Verhalten unserer Patienten gegenüber dieser Grundregel ist recht verschieden. Manche erfassen sie schnell und ordnen sich ihr ohne besondere Schwierigkeit unter, andere müssen wir häufig daran erinnern, daß sie frei zu assoziieren haben. Bei allen Kranken erleben wir zeitweise ein Versagen der freien Assoziationstätigkeit. Entweder bringen sie nun Produkte des überlegten Denkens vor, oder sie erklären, es falle ihnen nichts ein. Es kann dann eine Behandlungsstunde ablaufen, ohne daß der Patient in ihr der Psychoanalyse irgend welches Material an freien Assoziationen zugeführt hat. Dieses Verhalten des Patienten weist uns auf einen „Widerstand“ hin; ihn verständlich zu machen, ist unsere nächste Aufgabe. Wir erfahren regelmäßig, daß der Widerstand sich gegen das Bewußtwerden bestimmter psychischer Inhalte richtet. Haben wir anfangs dem Patienten erklärt, seine freien Assoziationen vermöchten uns Einblicke in sein Unbewußtes zu geben, so ist die Ablehnung des freien Assoziierens die fast selbstverständliche Form, die sein Widerstand annehmen wird.
Sehen wir in den meisten Fällen einen derartigen Widerstand in öfterem Wechsel auftauchen und verschwinden, so bietet ihn eine kleinere Gruppe von Neurotischen während der ganzen Behandlungsdauer ohne Unterbrechung dar. Dieser permanente Widerstand gegen die Grundregel der Psychoanalyse kann zu einer außerordentlichen Erschwerung der Therapie führen, ja er stellt ihren Erfolg gänzlich in Frage. Er hat bisher in der Literatur, ebenso wie manche anderen technischen Fragen, keine Beachtung gefunden. Seitdem ich der geschilderten Schwierigkeit in einer Reihe von Krankheitsfällen begegnet bin, habe ich von anderen Psychoanalytikern erfahren, daß es