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Temporäre Verschlimmerungen nervöser Zustände im Zusammenhang mit Sonn- und Feiertagen, Ferien usw. sind auch mir nicht selten begegnet. Die folgenden Bemerkungen zur Ätiologie dieser Schwankungen sollen Ferenczis Ausführungen in keiner Weise widersprechen, sondern sie in gewisser Richtung ergänzen.
Eine erhebliche Anzahl von Menschen vermag sich vor dem Ausbruch schwererer neurotischer Erscheinungen nur durch intensives Arbeiten zu schützen. Infolge zu weitgehender Triebverdrängung besteht bei ihnen dauernd die Gefahr, daß Erregungsquantitäten sich in neurotische Symptome umsetzen. Durch die angestrengteste Tätigkeit im Berufe, im Studium oder in ihrem sonstigen Pflichtenkreis lenken sie sich gewaltsam von den Forderungen ihrer Libido ab. Sie gewöhnen sich an Arbeitsleistungen, die weit über das objektiv Notwendige hinausgehen. Die Arbeit wird ihnen ähnlich unentbehrlich — und zwar in immer gesteigerten Dosen —, wie dem Morphinisten sein gewohntes Gift. Bricht bei diesen Neuropathen eines Tages eine eigentliche Neurose aus, so sind Ärzte und Laien rasch mit einer Scheinätiologie zur Hand; sie lautet: „Überarbeitung.“