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Schon 1893 zeigte Freud in seinem Aufsatz „Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene“ (im Neurol. Zentralblatt), daß ein halluzinatorisches Delir aus einem Affekt entsteht, welchen das Bewußtsein nicht ertragen kann, daß also das Delir eine Kompensation für unbefriedigte Wünsche ist. Weiter zeigte er, wie die Symptome einer paranoiden Form von Dementia praecox ganz determiniert waren nach dem Schema der Umformungsmecha-nismen bei Hysterie. So fand auch Bleuler, daß Beziehungswahnvorstellungen auf affektiven Komplexen beruhen, und Jung sagt, daß die Halluzinationen bei Hysterie, und meistens auch bei Dementia praecox, genau wie die Träume, symbolisch umgearbeitete Komplexbruchstücke enthalten. In seiner Analyse eines Falles von paranoider Dementia zieht Jung eine Parallele zwischen den Halluzinationen und Träumen, wobei Patientin tagsüber in Halluzinationen, nachts in Träumen ihre Wünsche zur Erfüllung zu bringen versucht. Maeder kam in seinen „Psychologischen Untersuchungen an Dementia praecox“ zur selben Schlußfolgerung, daß nämlich die Psychose dem normalen Denken gegenüber im Grunde nicht nach neuen Mechanismen arbeitet; sie schöpft vielmehr aus der früheren Erfahrung und sucht nur nach vorhandenen Komplexen. Die Staukraft vom normalen Handeln arbeitet weiter in der Psychose; wahrscheinlich aber ist die Mitwirkung — die Synergie — gestört. Seitdem sind wir wohl alle überzeugt, daß jede psychotische Erscheinung mit der Psyche der Kranken in logischem kausalen Zusammenhang steht, daß sie nur eine pathologische Umformung vom normalen Denken darstellt.
Der Zufall wollte, daß ich 1911 einen Patienten zur Behandlang bekam, welcher u. a. an Halluzinationen litt. Für die Diagnose habe ich noch keine Wahl treffen können zwischen Hysterie und