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In ihrer Doktordissertation über „Die Dauer der Anstaltsbehandlung der Schizophrenen“ kommt Fräulein L. Rähmi in recht interessanter Weise auf die Psychoanalyse zu sprechen. Sie untersucht die auffallende Tatsache, daß an der Zürcher kantonalen Irrenanstalt Burghölzli im Jahre 1909 die Zahl der Entlassungen plötzlich um 34% und in den folgenden Jahren sogar um rund 100% zunahm. Ihr Ergebnis lautet:
„Man hat jahrelang nach den unmittelbaren Ursachen dieses zweiten Anstieges (der Entlassungen) gesucht und nichts anderes gefunden, als das psychoanalytische Studium der Kranken, das, in den ersten Jahren vorher begonnen, damals auf seiner Höhe war. Das Eingehen in die Psyche des Kranken hat ein besseres Verständnis ihrer Abnormitäten und ihrer Bedürfnisse ermöglicht; man steht ihnen nicht mehr so fremd, in den meisten Fällen gar nicht mehr fremd gegenüber wie früher, man kann den richtigen Zeitpunkt für Versetzungen in der Anstalt und nach außen viel leichter finden, man ist überhaupt viel weniger aufs Tasten angewiesen, oder man weiß, inwiefern man tasten kann oder soll — kurz, man tappt weniger im Dunkeln als früher. Und dabei ist hervorzuheben, daß seit mehreren Jahren schon aus Zeitmangel die Psychoanalyse in gründlicher Weise nur noch ganz ausnahmsweise angewendet werden kann. Es ist das im allgemeinen gewonnene Verständnis der Psychopathologie, das den Fortschritt gebracht hat, nicht die genauere Untersuchung des einzelnen Patienten, die im Gegenteil bei dem rapiden Anwachsen der Aufnahmen immer kürzer werden muß. Aber sie konnte kürzer werden, weil man besser wußte, worauf es ankam, und aus Kleinigkeiten sichere Schlüsse zu ziehen gelernt hat.“ (S. 11.)
Die Zusammenfassung der ganzen Arbeit lautet: „Möglichst frühe Entlassung der Schizophrenen ist ein großer Gewinn. Unter den zahlreichen Mitteln, die anzuwenden sind, um zu diesem Ziele zu kommen, ist eines der wichtigsten die genaue Kenntnis der Psycho des Kranken, wie sie die Psychoanalyse vermittelt. Sie erleichte