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der spätgriechische Hirtenroman des Lengos, enthält eine hübsche Stelle über den tagesrestlichen Inhalt erotischer Träume. Die beiden, in Liebessachen gänzlich unerfahrenen Findelkinder klärt der alte Ziegenhirt Philetas über die Macht des kleinen Gottes Eros auf und belehrt sie, daß gegen ihn kein Mittel hilft, „als Kuß und Umarmung und Zusammenliegen mil. nackten Leibern“. Dem hate gemäß „küßten sie am nächsten Tage einander, was sie nie vorher getan hatten, und umfaßten sich mit verschlungenen Armen; das dritte Mittel aber, das Auskleiden und Niederlegen. zögerte noch; denn es war zu dreist, nicht bloß für Jungfrauen, sondern auch für junge Ziegenhirten. Und die Nacht kam wieder, und Schlaflosigkeit mit ihr, und Sinnen über das Geschehene und Unmut über das Unterlassene. ‚Wir haben geküßt: und es hat nichts geholfen; wir haben umarmt: und auch ohne Nutzen. Zusammenliegen ist also das einzige Mittel der Liebe; auch dieses muß versucht werden. Sicher ist in ihm eine größere Kraft als in dem Kuß.‘ Bei solchen Gedanken erblickten sie denn auch, wie zu erwarten, Träume der Liebe, Küsse und Umarmungen, und was sie am Tage nicht getan haben, das vollbrachten sie im Traum, und lagen entkleidet zusammen“.
O. R.