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sagt über den Sinn der Symptome eines Geisteskranken:
„Der Geisteskranke zieht seit drei Jahren die Kleider aus und hält die Arme in die Höhe, wie ein antiker Adorant oder ein Säulenheiliger. Dann rate ich, wer es ist! Es ist der, welcher Witwen und Waisen ihr Eigentum geraubt und sie durch Betrug, aber mit gesetzlichen Mitteln entkleidet hat. Siehst du, es gibt andere Gesetze als auf dem Gericht.“
Und diese durch die Psychoanalyse wissenschaftlich gerechtfertigte Auffassung auf alle Krankheiten ausdehnend, gibt er in nuce eine Daxstellung der psychoanalytisch-therapeutischen Wirkung bei den Neurotikern:
„Ich glaube, alle Krankheiten sind Folgen der Sünde. Die körperlichen Krankheiten werden ja auch in Analogie mit den geistigen geheilt. Zuerst wird man zu den demütigen Bekenntnissen vom Arzt genötigt (Beichte). Darauf wird man von ihm zur Buße verurteilt: bittere Kräuter, Fasten, strenge Beobachtung, Entsagungen; und oft wird einem auferlegt, Gewohnheiten, Laster abzulegen, Gemütsbewegungen zu vermeiden, an hellere Dinge zu denken. Wenn man dann geheilt ist, geht man zum Priester (Arzt), um zu danken und zu opfern. Und dann wird einem geraten: Hüte dich jetzt vor dem Rückfall, das heißt übersetzt: Geh und sündige hinfort nicht mehr! Ist das nicht dasselbe? Aber wie behandelt ihr die Gemütskranken hier, die Seelenkranken, die Seelsorge haben sollten? Ja, ihr gebt ihnen kaltes Wasser und Morphium!“ („Die gotischen Zimmer“, 1904.)
O. R.