You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Wer das Bedürfnis hat, diese große Lücke in unserem Wissein (i. e. über die wesentlichen Faktoren der Geschlechtlichkeit) durch eine vorläufige Annahme auszufüllen, der wird sich unter Anlehnung an die wirksamen Stoffe, die in der Thyreoidea gefunden worden sind, etwa folgende Vorstellung machen: Durch die geeignete Reizung erogener Zonen wie unter den Verhältnissen, unter denen sexuelle Miterregung entsteht, werde ein im Organismus allgemein verbreiteter Stoff zersetzt, dessen Zersetzungsprodukte einen spezifischen Beiz für die Reproduktionsorgane oder das mit ihnen verknüpfte spinale Zentrum abgeben, wie wir ja solche Zersetzung eines toxischen Reizes in einen besonderen Organreiz von anderen dem Körper als fremd eingeführten Giftstoffen kennen .… Ich lege übrigens keinen Wert auf diese besondere Annahme und wäre sofort bereit, sie zu Gunsten einer anderen aufzugeben, insofern nur ihr Grundcharakter, die Betonung des sexuellen Chemismus, erhalten bleibt. Denn diese anscheinend willkürliche Aufstellung wird durch eine wenig beachtete, aber höchst beachtenswerte Einsicht unterstützt. Die Neurosen, welche sich auf Störungen des Sexuallebens zurückführen lassen, zeigen die größte klinische Ähnlichkeit mit den Phänomenen der Intoxikation und Abstinenz, welche sich durch die habituelle Einführung Lust erzeugender Giftstoffe (Alkaloïde) ergeben.“