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Mit Rücksicht darauf, daß Freud die Sexualität des Säuglings als normalen und für die seelische Entwicklung bedeutenden Befund erkannt hat, erscheint folgende Stelle des Autors für den Psychoanalytiker besonders mitteilenswert:
„Bereits im fünften Lunarmonat, deutlicher jedoch im siebenten und achten, kann man an den menschlichen Ovarien Wachstumserscheinungen und sogar Rückbildungsvorgänge an den Follikeln mit den entsprechenden
charakteristischen Veränderungen in der Flexa interna feststellen.… Merkwürdigerweise sind schon sogar in so frühen Stadien individuelle Verschiedenheiten im Zeitpunkte und in der Intensität des Auftretens der interstitiellen Zellen zu beobachten.… Beim Neugeborenen finden wir noch ganz ähnliche Zustände wie bei den frühgeborenen Kindern, nur sind in der Regel die Reifeerscheinungen an den Follikeln schon viel weiter vorgeschritten.… Im Alter von 2 bis 5 Monaten nimmt nicht nur die Größe des kindlichen Ovariums im allgemeinen rasch zu (es erreicht um diese Zeit oft Haselnuß- bzw. Kirschgröße), sondern es entwickeln sich auch die Graafschen Follikel und damit die interstitielle Eierstockdrüse in ganz ausgesprochenem Maße. Die Bilder, welche man von der interstitiellen Eierstockdrüse dieses Lebensalters erhält, stehen an Ausbildung derjenigen beim Affen kaum nach. .… Krankheitsprozesse, welche Hyperämie der Bauchhöhle hervorrufen, sind einerseits im stande, überstürzte Follikelreifung bis zur kleinzystischen Degeneration zu erzeugen, … anderseits gesteigerte Follikelatresie hervorzurufen.… Hauptsächlich bei Darmkatarrh und Diphtherie wurde dieses Vorkommnis beschrieben, ich konnte es auch bei allen möglichen anderen Erkrankungen … beobachten. … In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres ändert sich außer der fortschreitenden Größenzunahme an der Struktur des Ovariums nur wenig. … Es zeigt sich, daß die interstitielle Eierstockdrüse ihre höchste Entwicklung in den allerersten Lebensjahren zeigt, vor der Pubertät schon merklich abnimmt, und