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In dieser kurzgefaßten, aber inhaltsreichen Arbeit gibt der namhafte Zoologe einen interessanten Versuch, die dunklen Probleme des sogenannten Hermaphroditismus und der „konträren Sexualität“ im Lichte
der Mendel schen Erblichkeitsforschung zu betrachten und dem biologischen Verständnis näher zu bringen. Den Ausgangspunkt bilden dabei neuere Versuche über die Vererbung und Bestimmung des Geschlechtes, deren Ziel war, die Erbkonstitution der Geschlechter bei gewissen Tieren auf experimentellem Wege festzustellen und künstliche Veränderungen jener zu erzielen.
Die vorhergehenden Forschungen über die Vererbung und Bestimmung des Geschlechtes haben folgende zwei grundlegende Tatsachenkomplexe ermittelt:
Die Bestimmung des Geschlechtes ist nur ein Spezialfall der Mendelschen Vererbung und besteht seinem Wesen nach in einer zufälligen Kombination unverändert vererbter Erbqualitäten. Das heißt, jede geschlechtliche Fortpflanzung ist eine Art Kreuzung, bei der die gekreuzten Eltern sich in den Merkmalpaaren: Männlichkeit bzw. Weiblichkeit unterscheiden. Das quantitative Ergebnis wird in der Kegel keine Mischung der zweierlei Qualitäten sein, sondern es entstehen beide Geschlechter — entsprechend dem Mendel schen Gesetze der Dominanz und Latenz — in dem konstanten und gesetzmäßigen Zahlenverhältnis von 1:1. Dieses Zahlenverhältnis war bei den Mendel schen Vererbungsversuchen zu konstatieren, wenn ein aus einer Kreuzung hervorgegangener Bastard mit einem seiner Elternteile gekreuzt wurde (sogenannte „Bückkreuzung“). Somit ist stets das eine Geschlecht in bezug auf die Geschlechtsfaktoren ein Bastard, das andere nicht und die Fortpflanzung stellt in bezug auf die Geschlechtsfaktoren eine Rückkreuzung dar, bei der immer wieder die beiden Elterncharaktere (ungefähr) in gleicher Zahl produziert werden.
Die Träger der somit ermittelten Geschlechtsfaktoren in der Eibzw. Samenzelle sind spezifisch organisierte Formelemente des Kernchromatins, welche Geschlechtschromosomen genannt werd