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Im letzten Kriegsjahr treffe ich eines Tages sämtliche Mitglieder einer befreundeten Familie in großer Aufregung, die dadurch verursacht war, daß Paulchen, der kleine Enkel des Hausherrn, ein dreijähriger, munterer, doch hie und da jähzorniger Knabe, am Vormittag die goldene Armbanduhr einer zu Besuch weilenden Verwandten vom zweiten Stock durchs offene Fenster auf die Straße hinausgeworfen hatte.
Der kleine Knirps ist während des Krieges zur Welt gekommen und wohnt, mit der jungen Mama zusammen, im Hause ihrer Eltern, wo — außer dem stillen, gütigen Großvater — sonst nur weibliche Mitglieder hausen, und wird dementsprechend ziemlich verzärtelt. Daß er auf die Liebe der teuren Mama sehr eifersüchtig ist, braucht kaum bemerkt zu werden. Sein Vater ist seit Kriegsbeginn eingerückt und kommt nur selten, gelegentlich längerer oder kürzerer Urlaube, in die Heimat. Bei solchen Gelegenheiten wohnt das junge Ehepaar wegen Platzmangel nicht im Hanse, sondern außerhalb, doch ist es natürlich tagsüber mit der Familie und dem Kleinen zusammen. Nun war in den letzten Tagen wieder einmal der Vater gekommen, die einzige Respektperson (wie die Mutter selbst bemerkte), die auf den kleinen Hätschelhans einigen autoritativen Einfluß auszuüben scheint. Die Annahme war unabweisbar, daß der Vorfall mit der Armbanduhr mit dem Wiedererscheinen des Vaters im Familienkreis eng verknüpft, ja durch dieses verursacht war. Freuds feine Aufklärung1) verwertend, gab ich der jungen Mutter — die mit den Grundprinzipien der Psychoanalyse wohlvertraut, wenn auch von deren Richtigkeit nicht völlig überzeugt ist — einige Andeutungen über die möglichen tiefliegenden Motive einer solchen magischen Kinderhandlung. Da bekam ich die so oft gehörte Antwort, daß wir Psychoanalytiker auch dort nach unbewußten Gründen fahnden, wo solche überhaupt nicht existieren, usw. Auch in diesem Falle wäre es, in offenbarem Widerspruch mit meinen Erwartungen, eine Tatsache, daß der Junge schon sehr oft alle möglichen Gegenst