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Die besondere Bedeutung der infantilen Wortbehandlung für die Traumdeutung ist von Freud oft hervorgehoben worden; das Wörtlichnehmen einer metaphorischen Redensart, Wortneubildungen, Zurückgreifen auf die ursprüngliche Bedeutung eines Ausdruckes und andere Eigenarten der Traumarbeit kehren in der Symptombildung der Psychoneurosen wieder. Es ist in diesem Zusammenhang verwunderlich, daß in psychoanalytischen Kreisen der Kindersprache relativ so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Eine aufmerksame Beobachtung und systematische Sammlung von Beispielen der Kindersprache würde manche Aufklärungen zu liefern geeignet sein. Dabei würden besondere Merkmale der Wortbildung und der infantilen Auffassung von Worten hervorgehoben werden müssen.
Einige Beispiele mögen folgen:
Zum Gegensinn der Urworte: Das Wort „Aba“, eines der frühesten, das ein Knabe sprach, bedeutete sowohl hinauf als hinunter, was daraus geschlossen werden konnte, daß das Kind es sagte, wenn es von der Mutter auf den Schoß genommen werden, als auch, wenn es von seinem Sitze auf den Boden gestellt sein wollte. Derselbe Knabe bezeichnete Höhe, Breite und Länge mit dem Worte „Langmeterhoch“, das er sich selbst zusammengesetzt hatte, als er Installateuren bei ihrer Arbeit zusah und ihrem Gespräche zuhörte. (Im Alter von drei Jahren.) Noch jetzt mit 3¾ Jahren weiß er zwischen „spät“ und „früh“, „morgen“, „heute“ und „gestern“ nicht zu unterscheiden und gebraucht diese Worte ohne Unterschied.
Infantile Wortbehandlung: Der kleine Artur wird einem Herrn vorgestellt, der den Namen Paul Kohn führt. Als er den Herrn das nächste Mal sah, sagte er: „Dich kenn' ich schon, du bist der Herr Balkon.“ Vizepräsident bedeutet ihm so viel wie ein Mann, der „Witze“ macht, „Wachinspektor“ ist jemand, der mit Speck zu tun hat, es verschafft usw. Es ist natürlich, daß sich die Gefühle des Kindes gegenüber diesen Personen sowie seine Erwartungen nach diesem Wortsinn richten: der Wachinspektor erweckt bei ihm freundliche Empfindungen.