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Im „Neurologischen Zentralblatt“ 1919, Nr. 20, veröffentlicht Dr. S. Galant eine Niederschrift eines völlig gesunden Mädchens über seinen Genuß beim Lutschen, die wir hier abdrucken:
Es ist viel zu schön, um das wiedergeben zu können.
Wie verschieden das Gefühl der Erwachsenen und der Kinder ist, sehe ich am besten ein, wenn ich an meine Kinderzeit, wo ich noch den Lutscher gelutscht habe, zurück denke.
Manch Erwachsener, denkt: Was gibt's denn eigentlich an einem Lutscher2)? Wieso kommt es, daß die meisten Kinder so einen Lutscher so gern haben? Ich weiß warum, ich weiß, was so ein Lutscherl alles vermag. Ich glaube, daß ein Lutscher das feinste und seligste Gefühl, das man haben kann, zu verschaffen im stande sei. Vielleicht nicht viele Kinder haben so lange wie ich gelutscht, und weil ich selbst, wenn ich schon in die Schule gegangen bin, den Lutscher nicht entbehren konnte, weiß ich jetzt noch so gut, wie herrlich so ein Lutscherl ist. Man hat mir zuletzt den Lutscher weggenommen, ich habe noch gleichwohl im Versteckten gelutscht. Manchmal hatte ich noch einen kleinen Stumpf von einem Lutscher in der Tasche gehabt. Wenn aber meine Eltern und Geschwister dahinter gekommen sind, haben sie ihn weit, weit weggeschmissen, damit ich ihn nicht mehr finde. Oh, wie manches Mal habe ich bitter geweint und meine Mutter um einen Lutscher angefleht, denn die Mutter hat am meisten Erbarmen mit mir gehabt. Als ich anfing, in die Schule zu gehen, habe ich noch sehr oft gelutscht, aber so, daß es niemand gesehen hat. Man hätte mich ja nur ausgelacht, sie wissen ja nicht, wie gut ein Lutscherl sei. Ich habe immer gemeint, es gebe nichts so Ähnliches wie einen Lutscher. Und doch gibt es etwas, das ihm gleicht: das ist ein Kuß von demjenigen, den man so recht und herzig liebt.
Nicht alle Küsse gleichen einem Lutscherl: nein, nein, lange nicht alle! Man kann nicht schreiben, wie wohlig es einem durch den ganzen Körper beim Lutschen geht; man ist einfach weg von dieser We