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Man wird auf diesen Vortrag aufmerksam, da Dr. Picks Untersuchungsergebnisse eine wertvolle Bestätigung der psychoanalytischen Behauptung
über die Hauptrolle der Libidostörung bei den Neurosen und speziell auch bei den traumatischen liefern. Pick hat durch Befragen der Pfleglinge seiner Abteilung — und zwar wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, einer gemischten — erfahren, daß unter 100 Kranken 13 über hochgradige Störungen der Sexualfunktion — mehrweniger vollständige Impotenz, ejaculatio praecox — klagten. Bei der Mehrzahl derselben lag Granaterschütterung oder Lawinenverschüttung vor [sechs Kommotionsneurosen, eine Bückenmarkserschütterung1), fünf Fälle boten das Bild schwerer Neurasthenie ohne Trauma, ein Fall ist hochgradige Anämie bei colitis ulcerosa2)].
Die Koinzidenz von Geschlechtsstörung und Neurose ist für den Analytiker sehr lehrreich, obwohl Pick nicht mitteilt, ob die oben erwähnten 13 Fälle der Gesamtzahl der auf seiner Abteilung befindlichen Neurotiker entsprechen; doch können wir es bei einer gemischten Abteilung mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen. Jedenfalls beweisen Picks Daten, wie es auch Beobachtungen von Abraham, Ferenczi und anderen bestätigen, daß die Kriegsneurosen, besonders die traumatischen Neurosen, in fast allen Fällen mit Störungen der libido sexualis einhergehen. Hinsichtlich der „Neurosen ohne Trauma“ wissen wir, daß im Kriege viele Neurosen ohne gröberes mechanisches Trauma entstanden sind, die in jeder Richtung das Bild der traumatischen Neurose boten, bei welchen die eingehendere Untersuchung wohl immer, wie bei jenen essentiellen, eine Verletzung der narzißtischen Ichlibido durch äußere Erlebnisse und Umstände als ätiologisch wirksames Moment auffindet, auch für die gleichzeitige Störung der Sexualfunktion.
Dagegen macht Pick für die Genese der genannten Störungen ganz allgemeine Momente verantwortlich, wie Abschwächung der Sexualität überhaupt durch den Krieg, besonders bei Frontsoldaten (wie? Ref.), die Abstinenz und das