You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch stellt alle Arten der Psychotherapie dar und will den. Weg zu derselben für die jüngeren Fachkollegen und namentlich für
die Allgemeinpraxis und die Nachbarfachärzte erleichtern. Die Psychoanalyse kommt dabei recht schlecht weg, denn der Autor behandelt sie mit einer Art verdrossener Ambivalenz. Er nennt Freud „den eigensten und reichsten Geist unter den modernen Psychotherapeuten“; spricht von „der genialen einfühlerischen Intuition des Künstlers Freud“. Anderseits läßt der Autor aber tieferes Eindringen in das Verständnis, des Traumes z. B., vermissen, vergreift sich auch an der Symbolik, die längst nicht nur mythologisch gestützt ist! Der Kotau vor Jungs verwässertem Libidobegriff bringt der Psychoanalyse den Schimpfnamen „Sexualpsychoanalyse“. Ihre „abstruse Irrfahrt“ führe auch zur Station Analerotik. Mangel eigener Erfahrung an tiefergehender Analyse verrät der Autor allenthalben, u. a., da er angibt: „Die schulgerechte Psychoanalyse wird in festen Tagesstunden durch Wochen geübt.“ Wir wissen sehr genau, daß eine Analyse durch wenige Wochen niemand über die möglichen Resultate oder Erfolge aufklären kann. Es ist klar, daß einem so ungeduldigen kurzfristigen „Psychoanalytiker“ wie Schultz die Psychokatharsis lieber sein muß, obwohl er zugibt, daß man Kausalanalysen nur mit großer Vorsicht aus ihr ableiten dürfte.
Dr. E. Hitschmann.