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Der gewandte und belesene Autor liefert hier eine medizinische, soziologische und forensische Studie, in der er die in der Literatur niedergelegten Schilderungen des Geschlechtslebens der Hysterischen, insbesondere an bekannten, sensationellen Straffällen wiedergibt. Dr. Placzek nimmt auch zur psychoanalytischen Neurosenlehre Stellung, die er aus den „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ kennt. Obwohl seine Kritik noch unter dem autoritativen Einfluß Hellpachs, Aschaffenburgs, Kräpelius u. a. steht, bemüht er sich doch, den imposanten Ergebnissen der Freud schen Untersuchungen Rechnung zu tragen und den sexuellen Zusammenhängen der Hysterie Konzessionen zu machen. Wer sich nur erst mit der Psychoanalyse beschäftigt, und mag er anfangs noch so temperamentvoll ablehnen, der Ehrliche muß sich den empirischen Tatsachen fügen. Allerdings zeigt sich beim Autor nirgends die Absicht, selbst zu analysieren. Würde er über histologische Befunde sich ein Urteil nur aus der Literatur bilden wollen und des Mikroskopes entraten!?
Das Hauptinteresse der Darstellung wendet sich nicht der Pathogenese der Hysterie, den Mechanismen der Symptombildung zu, sondern umkreist die sexuellen Antriebe: wie sie sich denn auch für die Pseudologia phantastica, den Stehl- und Brandstiftungstrieb Hysterischer, den Hexenwahn sowie die Angsthysterie aus der Kasuistik nachweisen lassen. Zur „geschlechtlichen Unempfindlichkeit“ der Hysterischen findet